Perfektes Campingerlebnis am Fuße der Silvretta auf dem Campingplatz Zeinissee

Das Besondere am Camping ist das Naturerlebnis, welches man rund um die Uhr hat. Bei vielen Campingplätzen kann man dieses – für meinen Geschmack – oft nur bedingt erleben.
Die Sicht vom eigenen Camper auf die umliegende Landschaft ist nicht selten von einem anderen Camper blockiert. Die Lage solcher Campingplätze ist schon okay. Aber für Gebirgstouren ist man dann doch wieder auf Bergbahnen, längere Anfahrten mit dem Auto oder unendlich lange Anstiege per Fuß, bis man oberhalb der Baumgrenze ist, angewiesen.

Ganz anders sieht das beim Campingplatz am Zeinissee aus. Schon einige Jahre steht dieser Campingplatz bei mir auf der Liste der Spots, die ich einmal besuchen wollte und im letzten Jahr hat sich endlich ein Besuch ergeben.

Besser geht es nicht … ein perfekte Lage

Der Campingplatz am Zeinissee liegt ganz idyllisch an einem Bergsee und rech weit im Off. Das heißt: Es ist keine größere Straße in der Nähe, kein größerer Ort in Reichweite und überhaupt nichts weiter als Berge vor der Nase. Der nächstgelegene Ort ist Galtür. Der bekannte Skiort gleicht im Sommer eher einem verschlafenen Bergdorf als einem Hotspot.

Im Jahr 2020 war es nun endlich soweit! Das Wetter schien für das Gebiet rund um den Campigplatz im Silvrettagebiet gut zu werden und von daher hieß es, spontan anrufen und einen Stellplatz für den Caddy organisieren.

Dies war im Corona-Sommer 2020 gar kein leichtes Unterfangen, schließlich waren die meisten Urlauber irgendwo im näheren Ausland unterwegs. Die Alpen waren hier natürlich ein beliebtes Ziel. So erhielten wir im Laufe der Reise einige Absagen, wenn es daraum ging, einen Stellplatz für ein bis drei Nächte auf verschiedenen Campingplätzen zu erhalten.

Freundliche Begrüßung und ein Gefühl von „Zuhause“

Desto erfreuter waren wir, als uns die überaus nette Inhaberin vom Campingplatz einen Platz zusagte, auch wenn es schon recht voll sei. Sie meinte aber, wir sollen erst einmal kommen und irgendwie bekommen wir das schon hin. Zum Glück ist der Caddy recht klein.

Am Campingplatz angekommen, wurden wir zuerst auf die Hygienemaßnahmen hingewiesen und dass dies keine Empfehlungen sind, sondern eine Pflicht ist. Ich empfand das als sehr sympathisch!

Da wir im Sommer 2020 den Eindruck hatten, dass dies den österreichischen Campingplatzbesitzern an sich ziemlich egal war. Hier war aber alles sehr vorbildlich organisiert. Weiter so!

Stellplätze mit unbeschreiblichen Panorama

Wir hatten das große Glück, dass wir in dieser gut besuchten Hauptsaison unseren Aufenthalt ca. alle 2 Tage spontan verlängern konnten. Es wurde immer eine Lösung für uns gefunden und überhaupt, hat die Inhaberin eine tolle und lockere Art gehabt, mit ihren Gästen zu sprechen. Da fühlt man sich (zumindest ich 😉 ) sofort wohl.

Unser erster Stellplatz, direkt am Eingang, war schon wunderbar. Wir hatten ein 360-Grad-Panorama und der Pfad zur Fädnerspitze ging quasi direkt hinter dem Vorzelt los.

Der Stellplatz für den zweiten Teil unseres Aufenthalts war einfach traumhaft: Man hat die Tür aufgemacht und hatte lediglich den See zu Füßen.
Nach den Touren genossen wir es, auf den See zu schauen und die umliegenden Gipfel zu bestaunen. Es war ein 100%iges Naturerlebnis.

Ein weiterer Vorteil des Campingplatzes ist es natürlich, dass man die Nächte auf zirka 1800m und in fast kompletter Dunkelheit verbringen kann. Die Fotografen unter euch wissen natürlich, von hier kann neben den Bergen auch die Sterne klasse beobachten.


Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, kann man in Neumondnächten die Milchstraße mit dem bloßen Auge sehen und natürlich noch besser per Kamera festhalten.

Erlebnissreiche Touren direkt vom Campingplatz

Nun mag man glauben, dass auf so einem Campingplatz mitten im Off nichts weiter zu erleben ist, außer auf den See zu starren und die fremden Wohnmobile zu begutachten. Falsch gedacht!

Wir haben von hier aus ein paar wundervolle Tagestouren unternommen, bei welchen wir den Camping Caddy einfach stehen lassen konnten. Kein lästiges Auto umpacken, Vorzelt abbauen und aufpassen, dass man sich einen der vielen Zeltheringe von den Nachbarzelten einfährt.

Hier ist ein Auflistung unsere Touren, die wir direkt vom Campingplatz aus gestartet haben:

Stetig bergauf vom Haus Zeinissee auf die Fädnerspitze (2788 m)
Panorama-Tour auf die Versalsspitze (2462 m) im Verwall
MTB-Genusstour zur Heilbronner Hütte im Vorarlberg
Über wilden Wege auf die Breitspitze (2196 m)

All diese Touren waren unvergessliche Bergerlebnisse in eine wunderschönen Kulisse.

Ein weiterer Vorteil des Campingplatzes ist es, dass man auch direkt einen Bergführer vor Ort hat, der sicher den ein oder anderen Tipp hat oder noch viel besser, bei welchem man auch eine Tour buchen kann.
Wir haben das nicht in Gebrauch genommen. Aber wir wollen ja auch noch einmal wiederkommen und vielleicht geht es dann gemeinsam mit dem Bergführer auf den 3312 m hohen Piz Buin in der Silvretta?!

Wir hatten noch zwei bis drei Touren in der Rückhand, aber pünktlich nach der letzten Tour zog eine nasse Kaltfront heran und wir verabschiedeten uns vom Campingplatz und zogen über die Silvretta Hochalpenstraße weiter.

Fazit – Eine tolle Zeit …

Rückblickend, war es wirklich einer der schönsten Campingplätze. Die geniale Lage, die freundlichen Inhaber, die moderen sowie sauberen Sanitäranlagen, der leckere Brötchenservice und natürlich – nicht zu vergessen – die geniale Lage machten den Aufenthalt ganz besonders.

Auf diesem Campingplatz werden wir auf jeden Fall noch einmal ein paar Tage verbringen und wenn es nur dafür ist, mir den King of the Mountain des Anstiegs der Fädnerspitze wieder zu erobern. Schließlich wurde mir dieser mit nur 14 Sekunden auf 1:19h abgenommen.

Nein, auch ohne dieses Segment werden wir auf jeden Fall wieder kommen!

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