Märkte haben für mich eine besondere Faszination. An diesen Plätzen herrscht immer ein wuseliges Treiben. Man sieht viele Menschen, die miteinander interagieren, und oftmals gelingt es mir mit meiner kleinen Sony RX100 VII, eine interessante Szene abzulichten.
Genauso ging es mir auf dem Markt von Tataouine im Süden von Tunesien. Und das, obwohl uns am Abend zuvor noch von einem Besuch dieses Marktes abgeraten wurde.
Wir liefen vielleicht lediglich eine Stunde über den Markt, konnten jedoch Szenen beobachten und mit Menschen sprechen, die uns wahrscheinlich noch ein ganzes Leben in Erinnerung bleiben werden.
Im letzten Blogpost hatte ich geschrieben, dass das eigentliche Reiseziel Algerien sein sollte. Denn im Süden des Landes gibt es Dörfer und Siedlungen, die vom Tourismus bisher verschont geblieben sind. Aus diesem Grund wird in diesen fernab gelegenen Dörfern der Sahara noch heute eine Kultur gelebt, die bisher nicht viele Reisende bestaunen durften.
Leider erwiesen sich die Visa-Angelegenheiten als zu aufwendig für etwas mehr als eine Woche Reisezeit. Von daher organisierte ich eine Reise in den Süden von Tunesien. Im Nachhinein kann ich sagen: Wir wurden nicht enttäuscht. Auch in diesem vermeintlich touristisch sehr erschlossenen Land haben wir viele Orte besucht, die nahezu verlassen waren.
Genau in diesem Teil Tunesiens lebten einst viele Berber und Nomadenstämme. Sie errichteten teils riesige Speicherburgen, die sogenannten Ksar, um Vorräte wie Getreide, Datteln oder auch Waffen sicher zu lagern.
Diese Ksar gehören heute zu den absoluten Highlights der Region und lassen sich gut besichtigen. Doch auch die Siedlungen und Dörfer aus jener Zeit haben ihren Reiz: teils verfallen, staubig, aber gerade deshalb authentisch und definitiv einen Abstecher wert.
Im Winter war es mal wieder soweit: Die Reiseplanung für das kommende Jahr stand an. Je mehr man von der Welt gesehen hat, desto schwerer wird es, passende, erschwingliche und gut erreichbare Ziele zu finden und natürlich Ziele, die sich in diesem Fall innerhalb einer Woche bereisen lassen.
Meine erste Wahl fiel auf Algerien. Von diesem Land hatte ich keinerlei Bild im Kopf. Die Visa-Situation erwies sich nach erster Recherche als zumindest mühsam. Doch fand ich dabei auch eine Information, die mich sofort aufhorchen ließ: Im Süden Algeriens soll es noch Wüstendörfer geben, die ein ausgesprochen traditionelles Leben führen. Orte, an denen man einem Leben aus der Vergangenheit begegnen kann. Es gäbe sogar eine Vorschrift, dass man in diesen Dörfern nicht fotografieren darf. Das alles klang ungemein spannend und ich war hellauf begeistert.
Leider erwies sich der Weg zu einem Visum im verfügbaren Zeitrahmen als zu aufwendig. Also musste ein Ersatzziel her: Die Wahl fiel dabei auf Tunesien.
In Tunesien war ich 1995 schon einmal, damals noch mit meinen Eltern. Vom Land selbst habe ich allerdings wenig gesehen. Einerseits war ich noch recht jung, die Erinnerungen sind entsprechend verblasst. Andererseits verbrachten wir einen klassischen Hotelurlaub, der wenig Raum für Entdeckungen ließ.
Das Ziel für die kommende Reise stand damit fest: Es sollte ans Tor der Sahara gehen. Schon die erste kurze Recherche zeigte, dass Tunesien einige hidden Gems zu bieten hat und von daher lohnt sich eine Reise in das Land der 2011 stattgefundenen Jasminrevolution bestimmt.
Nach nur wenigen Tagen in Kairo endete die erste Station unserer Weltreise – mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Der Abschied von dieser Stadt fiel mir schwer, denn es gab dort noch so viel zu entdecken. Ganz zu schweigen davon, wie schön und kulturell interessant Ägypten insgesamt sein muss. Dennoch freuten wir uns natürlich auch darauf, das Hotel zu verlassen und ins Taxi zum Flughafen zu steigen. Für uns hieß es: weiterreisen.
Das schönste Gefühl war jedoch die Gewissheit, dass noch eine Vielzahl schöner, neuer, aufregender und abenteuerlicher Erlebnisse auf uns wartete. Denn wir standen erst am Anfang unserer Reise – noch nicht einmal eine Woche war vergangen.
Unser nächstes Ziel: der sagenumwobene Wüstenstaat Saudi-Arabien – ein Land voller Kontraste.
Kairo hat mich gefesselt. Ich habe die Stadt so erlebt, dass sie auf jeden Fall in meiner Erinnerung bleiben wird. Von vielen, die Kairo bereist haben, hört man, dass man die Stadt entweder liebt oder hasst. Für mich gilt eindeutig Ersteres: Ich habe mich in die ägyptische Hauptstadt verliebt.
Auch wenn wir nur vier Tage dort verbracht haben, reichte dieser erste Einblick aus, um meine Lust auf eine erneute Reise nach Kairo zu entfachen.
Es war ein lang gehegter Traum von mir, einmal im Leben länger am Stück zu reisen. Und dieser Traum soll nun in Erfüllung gehen. Wir haben die Möglichkeit, zehn Wochen unterwegs zu sein, Eindrücke zu sammeln und verschiedene Abenteuer zu erleben. Welche das sein werden? Das steht noch in den Sternen.
Auf jeden Fall wird es spannend sein zu erleben, wie es sich anfühlt, einfach weiterzureisen, statt nach 10 oder 14 Tagen die Heimreise antreten zu müssen.
Wie man eine solche Reise nennt, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde, der Begriff Weltreise ist sehr groß. Denn selbst wenn man lange um die Welt reist, sieht man doch immer nur einen kleinen Ausschnitt davon. Ist das dann eine Weltreise? Ist der Begriff an eine bestimmte Anzahl von Ländern oder an eine gewisse Reisedauer gebunden? Reicht es schon, mit dem Flugzeug einmal um die Erde zu fliegen, ohne den Flughafen zu verlassen? Oder ist es nicht auch eine Weltreise, wenn man den Nachbarort besucht – schließlich gehört auch er zu unserer Welt?
Wie auch immer: Wir werden um die Welt reisen.
Genauer gesagt: Wir werden in 80 Tagen um die Welt reisen. In diesen 80 Tagen wollen wir versuchen, unseren wunderschönen Planeten einmal zu umrunden.
In 80 Tagen um die Welt. Schon Jules Verne hat in seinem Roman beschrieben, welch großes Abenteuer eine solche Reise sein kann. Seit mehreren Jahrzehnten trage ich genau diesen Traum in mir: für einen längeren Zeitraum um die Welt zu reisen. Und nun steht er kurz vor der Verwirklichung.
Bald werden wir die Rucksäcke packen, Abschied nehmen und uns auf eine Reise begeben, die uns über Kontinente und Ozeane führt. Wir möchten neue Länder entdecken, in fremde Kulturen eintauchen und den Alltag für eine Weile hinter mir lassen. Unterwegs werde ich Geschichten sammeln – von Menschen, Begegnungen, Momenten, die mich zum Staunen bringen.
Es wird in 80 Tagen um die Welt gehen – und vielleicht irgendwann sogar im Heißluftballon.
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