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Trans-Himalaya: Pashupatinath – Konfrontation mit dem Tod mitten in Kathmandu

Triggerwarnung: Bilder von Bestattungen, trauernden Menschen und verstorbenen Menschen im Kapitel Pashupatinath

Pashupatinath gehört zu den eindrucksvollsten Orten Kathmandus. Im Osten der Stadt, am heiligen Bagmati-Fluss, treffen hier Spiritualität, Alltag und Abschied unmittelbar aufeinander. Der Tempelkomplex ist eines der wichtigsten hinduistischen Heiligtümer Nepals und zugleich ein Ort der Verbrennungsrituale.

Der Besuch hinterlässt starke Eindrücke: Rauchschwaden steigen in den Himmel, Zeremonien finden parallel statt, und das Leben geht unmittelbar neben dem Tod weiter. Es ist ein Ort, der berührt, irritiert und zum Nachdenken über Vergänglichkeit und das Leben selbst anregt.

Ich hatte das große Privileg, mehrere Zeremonien zu verfolgen, zu beobachten und die Geschehnisse mit meiner Kamera festzuhalten.

Das Ergebnis seht ihr hier in einem fünfminütigen Dokumentationsvideo.

Pashupatinath: Wo Leben und Tod aufeinandertreffen

Schon vor acht Jahren haben mich die Shiva-Tempel von Pashupatinath sehr beeindruckt. Im Osten von Kathmandu befindet sich das wichtigste, weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannte hinduistische Heiligtum. Jedes Jahr zieht es Tausende hinduistische Pilger (und natürlich auch uns) an. Die Anlage liegt am Ufer des heiligen Bagmati-Flusses und ist eine der Hauptverbrennungsstätten für Verstorbene in Kathmandu.

Vielleicht ist es das unmittelbare Aufeinandertreffen von Leben und Tod, spiritueller Freude und tiefster Trauer, das man hier aus nächster Nähe beobachten kann, das diesen Ort so besonders macht.

Schon wenn man am Tempelgelände ankommt, merkt man, dass hier viel los ist. Einerseits sieht man mittlerweile einige Reisegruppen, vor allem aber spirituelle bzw. einheimische Besucherinnen und Besucher.

Nähert man sich der Tempelanlage weiter, sieht man bereits die Rauchschwaden, die in den Himmel aufsteigen. Dieser Rauch stammt von den zahlreichen Verbrennungsstellen am Ufer des heiligen Bagmati-Flusses.

Für Reisende empfiehlt es sich, auf die andere Seite des Bagmati-Flusses zu gehen und sich dort einen Platz gegenüber den Verbrennungsstellen zu suchen.

Von diesem Platz aus hat man die Möglichkeit, die Verbrennungsrituale zu beobachten und auch zu bestaunen. Dabei merkt man schnell, dass Menschen im Hinduismus anders mit dem Thema Tod umgehen. Das bedeutet nicht, dass sie nicht unter tiefer Trauer leiden, sondern vielmehr, dass es andere Rituale gibt, die helfen, mit dieser Trauer umzugehen.

Am Ufer des Bagmati gibt es verschiedene Verbrennungsstellen, die nur von den jeweiligen Ständen genutzt werden können. Hier wird zwischen besser gestellten und einfacheren Verhältnissen unterschieden.

Wir hatten an diesem Tag großes Glück, mehrere Zeremonien komplett beobachten zu können. Ein solches Verbrennungsritual beginnt meist mit einer Zeremonie, bei der sich alle Angehörigen noch einmal von dem Verstorbenen oder der Verstorbenen verabschieden. Dabei wird der verstorbene Mensch in feine Tücher gehüllt, mit Blumen geschmückt und mit einigen Tropfen des heiligen Flusswassers beträufelt.

In der Zwischenzeit wird auf den Verbrennungsplattformen das Holz aufgeschichtet, das von den Arbeitern mühsam dorthin getragen wird. Zum Anzünden werden viele Bündel Stroh verwendet.

Nun wird der Verstorbene oder die Verstorbene von den Angehörigen vom Ufer des Flusses zu den Verbrennungsplattformen getragen. Dort angekommen wird der Körper in einem bestimmten Ritual auf den Scheiterhaufen gelegt. Nachdem der letzte Abschied von diesem geliebten Menschen stattgefunden hat, wird dieser entzündet.

Die Angehörigen entfernen sich nun langsam und versuchen, ihren Abschied und ihre Trauer zu verarbeiten, bevor sie das Gelände verlassen. Was das Feuer übrig lässt, wie zum Beispiel Asche oder Schmuck, wird in den heiligen Bagmati-Fluss gefegt.

Viele solcher Rituale finden zeitversetzt und parallel statt. Auf der Seite der Verbrennungsplattformen werden diese Rituale vor allem von einheimischen Menschen beobachtet. Die Touristen stehen auf der anderen Seite des Flusses und verfolgen die Szenerie aus etwas größerer Entfernung.

Parallel dazu werden bereits die nächsten Verstorbenen direkt mit dem Krankenwagen angeliefert und für die Verbrennung vorbereitet, während zahlreiche Guides den Besuchern die Tempelanlage zeigen und Pilgerinnen und Pilger die heiligen Tempel aufsuchen.

Dieser Ort ist wirklich besonders. Hier wird man nach meinem Empfinden mit der Härte des Lebens direkt konfrontiert und das in einer zugleich sehr angenehmen und doch fremden Umgebung. Ich weiß nicht genau, was dieser Besuch mit mir gemacht hat. Vielleicht nichts. Vielleicht zeigt er einem aber auch, wie vergänglich das Leben ist und was für eine wertvolle Gabe es ist, am Leben zu sein und Momente mit wertvollen Menschen teilen zu dürfen.

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