
Hier in Deutschland neigt sich der Tag bereits dem Ende entgegen. Der Frühling steht in den Startlöchern, doch die Temperaturen sind noch einstellig. Auf Hawaii dagegen erwacht der 28. März gerade erst – bei bereits 27 °C.
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Hier in Deutschland neigt sich der Tag bereits dem Ende entgegen. Der Frühling steht in den Startlöchern, doch die Temperaturen sind noch einstellig. Auf Hawaii dagegen erwacht der 28. März gerade erst – bei bereits 27 °C.
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Wenn man den Begriff „Okinawa“ in eine der gängigen Bildersuchmaschinen eingibt, erscheinen wahrscheinlich Bilder von weißen Sandstränden und türkisblauem Ozean. Doch die Insel hat noch eine ganz andere, kraftvolle Seite: Sie gilt als die Wiege des Karate.
Hier, wo einst das Tragen von Waffen verboten war, entwickelte sich aus der Notwendigkeit eine Kampfkunst, die heute weltweit praktiziert wird. Auf Okinawa ist Karate mehr als Sport – es ist Teil der Identität, der Geschichte und des Alltags.
Ich selbst habe als Kind und Jugendlicher viele Jahre in einer traditionellen Karate-Schule trainiert. Mein Lehrer reiste regelmäßig nach Japan, nahm an Seminaren teil und legte seine wichtigsten Prüfungen dort ab. Wahrscheinlich war er auch auf Okinawa, da unser Dojo okinawanisches Karate lehrte. Besonders wichtig war dabei immer: Wir betrieben keinen Sport, sondern übten eine Kunst.
Darum ließ ich es mir auf dieser Reise nicht nehmen, den Fokus ein wenig auf meine Vergangenheit und die japanische Kampfkunst Karate zu legen.
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Erst während der Reise stießen wir auf die Inselgruppe Okinawa und die gleichnamige Hauptinsel. Sie passte perfekt zu unserer Routenplanung „In 80 Tagen um die Welt“. Also buchten wir kurzerhand Flüge und eine Unterkunft. Nur wenige Tage später stiegen wir tatsächlich aus einem Flugzeug der japanischen Airline Peach Air und betraten zum ersten Mal japanischen Boden. Wir waren in Japan. Wer hätte das vor Antritt der Reise gedacht? Ich jedenfalls nicht.
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Als sich unsere Tage in Taiwan dem Ende entgegenneigten, überlegten wir, welchen Punkt dieser Erde wir als Nächstes entdecken wollten. (By the way: Sich diese Frage ernsthaft stellen zu dürfen, ist ein unglaublicher Luxus.)
Eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen ist es, den digitalen Globus zu drehen und Orte aufzuspüren, die irgendwo im Nirgendwo liegen. Wir hatten das große Glück, tatsächlich an viele dieser Orte reisen zu können, die wir so entdeckt hatten – sofern sie natürlich auf unserer Reiseroute lagen. Orte, die wir ohne dieses „Globus-Spiel“ wohl nie besucht hätten.
So kam es, dass wir in unserer Unterkunft in den Bergen Taiwans herausfanden, dass die Inselgruppe Okinawa nur eine Flugstunde von Taipeh entfernt liegt. Klar, ich wusste, dass es Okinawa gibt und dass es zu Japan gehört. Aber ehrlich gesagt hatte ich keinen Schimmer, dass es sich um eine Inselgruppe handelt – nur wenige Meilen von Taiwan entfernt. Durch ihre tropische Lage im Pazifik trägt sie sogar den Spitznamen „das Hawaii Japans“.
Für unsere weitere Reiseplanung war Okinawa ein wahrer Jackpot – wie ein perfekt platzierter Koi in einem Zen-Garten. Wir konnten nach Japan reisen und von Naha aus bequem weiter nach Osten fliegen, um unserem Ziel „In 80 Tagen um die Welt“ wieder ein Stück näherzukommen.
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Egal, welchen Reisebericht man sich auf YouTube ansieht oder im Netz liest – immer wieder wird der Sun-Moon-Lake im Zentrum Taiwans und Jiufen empfohlen. Also setzten wir beide Orte selbstverständlich auf die Roadmap unserer Tour.
In den folgenden Tagen wollten wir diesen Teil Taiwans erkunden und uns selbst ein Bild davon machen, was uns die Reise-Influencerinnen und -Influencer so schmackhaft machten.
Schon bald kämpfte sich unser Mietwagen Meter für Meter die steilen Anstiege in die Berge hinauf. Die Städte gingen langsam in Dörfer über, und auch zwischen den Dörfern wurde der Abstand zunehmend größer. Fast könnte man schon von Einsamkeit sprechen. Nach etlichen Kilometern auf schmalen Straßen eröffnete sich schließlich der erste Blick auf den Sun-Moon-Lake.
Die Stunde der Wahrheit war gekommen: Kann der Sun-Moon-Lake oder Jiufen ihr Versprechen vom Paradies wirklich halten? So viel vorweg – ein ganz anderer Ort sollte uns viel länger in Erinnerung bleiben.
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Wir setzten unseren Roadtrip an der wunderschönen Südküste Taiwans nach Norden fort – dieses Mal entlang der Westküste. Im Gegensatz zur Ostküste ist dieser Teil der Insel deutlich dichter besiedelt.
Hier reiht sich eine Ortschaft an die nächste, die Städte gehen fast nahtlos ineinander über. Unsere erste Etappe führte uns von Hengchun über Kaohsiung nach Tainan. Dort mieteten wir ein Zimmer – ohne Badtür, dafür aber in einer wunderschönen Wohnsiedlung gelegen. Am nächsten Tag erkundeten wir die sechstgrößte Stadt Taiwans: Wir probierten spannende Snacks, besichtigten ein altes Haus, beobachteten Männer beim Drachensteigen und schlenderten nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen von Tainan.
Nach zwei Nächten verließen wir die Stadt, um den Sun-Moon-Lake zu umrunden und anschließend in Ren’ai unser wunderschönes Quartier zu beziehen.
Doch bevor es so weit ist: Zurück auf Anfang. Beginnen wir von vorn.

Nachdem wir das Erdbeben für uns verarbeitet hatten, hieß es, den Reisealltag wieder aufzunehmen. Zumal wir bei den Menschen im Süden Taiwans sahen, dass auch sie ganz selbstverständlich ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgingen.
Ich habe es schon einmal geschrieben: Von der Landschaft Taiwans hatte ich vor der Reise kaum eine Vorstellung. Und eigentlich geht es mir auf Reisen auch gar nicht mehr darum, die größten Superlative abzuhaken. Viel wichtiger ist es mir, Zeuge des Alltags der Menschen vor Ort zu werden. Ob in Bosnien-Herzegowina, in den Alpen oder eben auf einem Roadtrip durch Taiwan – entscheidend ist, für eine gewisse Zeit Teil des Lebens der Menschen zu werden und mit ihnen in Kontakt zu kommen.
Umso mehr überraschte es uns dann, wie fantastisch sich die Landschaft im Süden des Landes präsentierte. Sie unterscheidet sich deutlich von den Landschaftszügen des restlichen Taiwan.
Wir hatten das große Glück, diese Region ein paar Tage lang zu erkunden: paradiesische Strände, kleine Orte, viel Grün und eindrucksvolle Gebirge. Eine Kombination, die uns nachhaltig begeistert hat.
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