Mit Kamelfleisch-Power nach Tiznit

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf der Couch, lasse nebenbei marokkanische Musik laufen und denke daran, wie wir mit dem Mietwagen durch den Hohen Atlas in Richtung Sahara gefahren sind. Das Gefühl, welches ich hierbei hatte, war ein Gefühl voller Freiheit. Auch wenn ich Marokko für nur eine Woche besuchte und lediglich einen kleinen Eindruck von diesem – für mich – wunderschönen Land bekam. Faszinierte mich dieses afrikanische Land und ihre Menschen sofort. Ganz und gar nicht war ich von der Kamelfleisch-Tajine begeistert. Mit diesem Gericht begrüßte mich Marokko kulinarisch. Wie dieses Kamelfleisch auf meinen Teller kam, erfährst du in diesem Blogpost.

Einige Tage vor unserer Fahrt über die Pässe des Hohen Atlas‘ landeten wir in Agadir. Schon hier verliebte ich mich in dieses Land. Der französische Mietwagen teilte sich die Autobahn mit allerlei alten Autos, Eselskarren und jeder Menge LKWs, die ich nur aus der Serie „Auf Achse“ kannte.

Agadir selbst wird in vielen Reiseführern als recht unspektakulär beschrieben. Es ist ein reiner Badeort an der marokkanischen Atlantikküste. Im Februar trafen wir hier fast ausschließlich Einheimische an, die die Luft am Atlantik genossen haben. Es waren alle Restaurants und auch sehr viele Hotels geöffnet.

Wir verbrachten 2 Tage in einem einfachen, aber dennoch wunderbaren Hotel und genossen hier die Vorzüge, wie Zimmerservice und ein leckeres Frühstück, des Hotels.

Auf nach Tiznit

Bevor wir uns auf den Weg nach Marrakesch machten. Erkundeten wir noch ein wenig die Umgebung von Agadir. Hier zeigte sich, dass Marokko ein sehr trockenes Land ist. Wir fuhren immer an der Atlantikküste entlang. Der Mietwagen, welcher seine Wurzeln im Land des Baguettes, der Croissants und des Tour Eiffels hat, glitt über den überaus gut ausgebauten Highway in Richtung Westsahara.

Alsbald wir das touristische Zentrum von Agadir verlassen haben, begrüßte uns das wirkliche Marokko. Das Leben spielte sich auf der Straße ab. Überall sahen wir Tiere, die einen Wagen zogen. Männer, die in lange Kapuzenmäntel (Djellaba) gehüllt waren, trafen sich auf den Straßen oder besorgten Einkäufe. Wir fanden ein buntes Leben, in einer sandigen Umgebung vor.

Schon wenige Meter nach dem Ortsausgang begrüßte uns eine wunderbare Einöde. Hier und da zeigten sich vereinzelte Siedlungen, etwas Grün und ganz viel Sand. Es war wunderschön.

Das Ziel unserer kleinen Erkundungstour war der 80.000 Einwohner Ort Tiznit. Das Stadtbild von Tiznit ist durch seine 6 Kilometer lange Stadtmauer mit 36 Türmen geprägt. Je näher man dem Zentrum kommt, desto kleiner und enger werden die Straßen. Es bietet sich somit an, das Auto vor der Stadtmauer abzustellen und das Zentrum von Tiznit zu Fuß zu erkunden. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Kein Tag ohne Tajine …

Auf dem Rückweg in das zirka 100 Kilometer entfernte Agadir, überkam uns der kleine bzw. große Hunger. Bei einem der zahlreichen Straßenständen hielten wir an und bestellten eine Tajine. Aufgrund der schlechten Kommunikation unsererseits, öffnete der Koch eine der guten Tajines und freute sich, uns blassen Touristen eine lokale Tajine mit Kamelfleisch zu servieren.
An sich sind wir eher die Vegetarier oder Fleisch-ohne-Fleischaroma-Esser. Das Fleisch des Höckertiers war der größtmögliche Gegensatz dazu. Es schmeckte unendlich nach … keine Ahnung. Nach Kamel. Es war für uns unessbar.

Die Tajine sah so wahnsinnig lecker aus. Das Aroma des Fleisches machte jedoch auch vor dem Gemüse keinen Halt. Ich versuchte nun trotzdem so viel wie es mir möglich war, zu essen – ohne das ich mich übergeben musste.
Es war eine der Aufgaben, die selbst von mir nicht zu bewältigen war. Nach etwa 10 Minuten wechselte ich die Stragie. Der neue Plan war: die Fleischbrocken unter dem Gemüse zu verstecken. Die Tajine sollte so leer wie nur möglich aussehen, bevor wir sie zurückgaben.

Vollen Lobes gegenüber dem Koch verließen wir den Straßenimbiss und fuhren weiter nach Agadir. Auf dem Rückweg musste natürlich noch ein kurzer Abstecher zur Atlantikküste gemacht werden. Dafür bietet sich der Ort Sidi Ouassay an. Hier spührten wir die raue Brandung des Atlantiks. Aber auch das nette Gemüt der Marokkaner, die sehr interessiert an uns waren.

Am Abend gaben wir der marokkanischen Tajine eine weitere Chance – dieses Mal mit Hühnerfleisch. Diese Tajine war perfekt. Der Koch hat mit allen in Marokko verfügbaren Gewürzen gekocht, um uns von der marokkanischen Küche erneut überzeugen zu können. Es war fantastisch! Eins kann ich dir rückblickend sagen, er hat uns von der nordarfikanischen Küche überzeugt.

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