Athen – Eine Stadt mit vielen Gesichtern und jeder Menge Souflaki

Noch vor der neuen Normalität verbrachten wir 3,5 Tage in der griechischen Hauptstadt Athen. Dreieinhalb Tage sind nicht genug, aber durchaus ein Anfang, die griechische Metropole kennenzulernen.

Athen hat allerhand zu bieten. Gebäude aus der Blütezeit der Antike, wuselige Straßen, leckeres Essen und tolle Plätze, auf welchen man das Athener Stadtleben auf sich wirken lassen kann.

Eintauchen in das Athener Stadtleben

Ich liebe es, eine einem noch fremde Stadt einfach auf sich wirken zu lassen. Wie funktioniert das am besten?
Man läuft erst einmal direkt vor der Haustür los und versucht irgendwie, irgenwohin zu kommen.
Unser erstes Ziel war es, einen Blick auf die Akropolis zu bekommen. Wir wohnten im Stadtteil Petralona und liefen erst einmal zur nächsten Metrostation.

Der Plan an sich war simpel, mit der Metro ins Zentrum zu fahren. Allerdings machten uns die Griechen hier einen Stricht durch die Rechnung: Das Personal des öffentlichen Nahverkehrs in Athen streikte.

Somit hatten wir keine andere Wahl, als zu Fuß ins Zentrum zu laufen. Dies ist natürlich der beste Weg, um an Orte zu kommen, die man sonst nie gesehen hätte.
Nach unserer Entdeckungstour, erblickten wir die auf einem Hügel gelegene Stadtfestung Athens zu blauen Stunde. Der Himmel strahlte in einem wunderschönen Blau, während die ersten Lichter schon an waren. So wird man natürlich gern begrüßt.

Nicht besonders hipp, aber effektiv: Eine Stadtrundfahrt

An sich mag die bunten Doppelstock-Busse nicht allzu sehr. Aber mit diesen Bussen bekommt man einen schnellen, unkomplizierten Überblick über die jeweilige Stadt. Man kann problemlos ein- und aussteigen und zu einem späteren Zeitpunkt weiterfahren.

Da wir nicht viel Zeit hatten, haben wir uns für solch nicht ganz günstige Stadtrundfahrt entschieden. Das Wetter war toll, wir sind jedoch lediglich beim Stadion und bei der Akropolis ausgestiegen.
Dennoch haben wir einen tollen Überblick bekommen, durch den Audioguide haben wir auch noch ein paar Nice-to-know-Facts über Athen mitgenommen.

Nichtsdestotrotz waren wir später mit der recht günstigen Metro und zu Fuß unterwegs. So ist man flexibel, man ist immer unter Menschen und man kommt an jeden Punkt der Stadt.

Akropolis – Viele Menschen, aber schön

Auf keinem Fall darf die Akropolis bei deinem Athen-Besuch fehlen.
Der Eintritt ist recht teuer, es war bei uns im Februar noch nicht von Menschen überlaufen und böse Zungen mögen behaupten, dass man sich lediglich eine Athener Baustelle ansieht.

Dennoch ist der Platz irgendwie besonders. Einerseits hat man einen tollen Blick auf die Stadt: der Stadtberg Lykabettus, die nicht enden wollenden Wohnviertel und teilweise kann man bis Piräus sehen.
Auf der anderen Seite strahlen diese Bauten ein unvorstellbares Alter und dadurch eine Faszination aus.
Wo kann man sich denn noch solche alten Gebäude ansehen?

Es lohnt sich, den Akropolis-Hügel zu Fuß zu verlassen und sich das angrenzende Stadtviertel Plaka anzusehen. „Das alte Athen“ wurde im 19. Jahrhundert von der Oberschicht entdeckt. Aus dieser Zeit stammen die wunderschönen Wohnhäuser, welche heutzutage noch bestauen kann. Neben diesem ist der Stadtteil von attraktiven Restaurants und Shops geprägt.

Das Stadtzentrum

In unseren 3,5 Tagen haben wir uns vornehmlich auf das Stadtzentrum sowie die angrenzenden Stadteile konzentriert. In den Stadteilen Monastiraki und Plaka kann man am besten in das Stadtleben von Athen eintauchen.

Am besten fährt man mit der Metro bis zum Platz Omonia oder Syntagma. Von dort ist das Zentrum mit dem Athener Zentralmarkt fußläufig zu erreichen.
Auf den verschiedenen Marktplätzen gibt es von halben Lammhälften bis zum Schlüsselanhänger alles, was in Athen gebraucht wird.

Wer auf pulsierendes Leben, nicht immer saubere Gassen und Trödel steht, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und durch Monastiraki schlenden. Der türkisch geprägte Stadtteil gilt heute als Treffpunkt vieler Menschen und als Handelsplatz allermöglichen Waren. Immer wieder taucht in dem Wirrwarr der unzähligen Gassen ein extravagantes Restaurant auf, ein kleiner Marktplatz oder eine kleine Taverne, wo sich die einheimischen auf einen Souflaki treffen.
Für mich war dieser Stadtteil ein sehr sehenswerter Ort.

Ebenso lohnt sich ein Spaziergang durch die Haupt-Fußgängerzone. Neben den großen Modeketten, die ihren Waren auf der ganzen Welt verkaufen, gibt es durchaus jede Menge griechische Läden, die nach meinem Geschmack, die schönere Kleidung anbieten.

Am Ende der Fußgängerzone kommt man auf dem Syntagma-Platz. Überquert man diesen bis zu seinem westlichen Ende, kann man jede Stunde die sehenswerte Wachablösung vorm Parlament beiwohnen.

Grenzenloses Panorama über Athen vom Stadtberg Lykabettos

Natürlich darf auch auf einem Städte-Trip eine Besteigung eines Berges nicht fehlen.
Und da Athen absolut etwas auf dem Kasten hat, kann man hier einen kleinen Berg besteigen oder mit Bergbahn bequem gen Gipfel fahren. Der Lykabettos gilt als Stadtberg der antiken Stadt. Am südwestlichen Hang des Berges breitet sich der Stadtteil Kolonaki aus.
Hier findest du viele kleinen Tavernen und recht teure Möglichkeiten, das Geld in Shops loszuwerden.
Vor vielen Jahren war dies das Stadtviertel der Künstler und Literaten Athens.

Nach eine kurzen Fahrt mit der Standseilbahn erreicht man den Gipfel des Berges. Am Gipfel befindet sich ein Restaurant, ein paar Souvenir Shops und die kleine Kapelle Agios Georgios.
Die Aussicht vom Gipfel ist unbeschreiblich schön. Athen liegt einem zu Füßen. Man hat einen 360-Grad-Blick.

Tipp: Fahre kurz vor Sonnenuntergang auf den Gipfel und genieße den Sonnenuntergang auf dem Lykabettus. Zuerst wird die Akropolis beleuchtet, später gehen die Straßenlaternen an und ganz langsam legt sich die Nacht über Athen. Zurück nach Kolonaki kommst du über den Fußweg. Dieser ist sogar beleuchtet.

Exarchia – Anarchia und Souflaki

Exarchia gilt als ein klassisches Studentenviertel. Von jeher nehmen Demonstration und Aufstände hier ihren Ausgang. Athener nennen diesen Stadtteil auch liebevoll „Anarchia„.

Dies sieht man den Häusern von Exarchia an. Hier gibt es kaum eine Hauswand ohne eine politische Parole oder einem Grafitti. Die Bandbreite reicht davon von Bansky bis „schade um die Farbe“.

Am besten fährst du über Monastiraki bis nach Omonia per Metro in Richtung Exarchia. Von der Metro-Station Omonia kannst du eine der vielen kleinen Gassen in Richtung Platia Exarchia.
Auf diesem Platz gibt es jeder Menge Cafés und Tavernen. Ebenfalls lohnt es sich, durch die unzähligen Straßen zu spazieren. Hier verstecken sich viele kleine Läden, die wunderschöne und individuelle Sachen verkaufen. Einfach nur toll!
Im Reiseführer wird vor der Kriminalität (vor allem Drogenkriminalität) in diesem Stadtteil gewarnt. Wir haben davon überhaupt nichts mitgekommen. In Lissabon wurden wir weitaus mehr darauf angesprochen, bedenkliche Substanzen zu kaufen. Lediglich die erhöhte Präsenz von Polizei ist uns in diesem Stadtteil aufgefallen.

Dieser Stadtteil hat es mir sehr angetan, nicht zuletzt wegen dem absolut leckerem Essen, welches wir für ein paar Euro in einer der vielen kleinen Gassen bekommen haben.

Lust auf Meer?

Mit der Metro kannst du ganz bequem von Athen an das Meer – nach Piräus – fahren. Nach und nach wird die Metro immer leerer, je weiter man sich vo Zentrum entfernt.
Kaum an der Endstation ausgestiegen, nimmt man schon den Duft des Meeres wahr.

Auch hier lohnt es sich, eine kleine Tour zu Fuß zu unternehmen. Der große Stadthafen ist auf jeden Fall beeindruckend. Jedoch ist dies nicht der beste Platz für Fußgänger.
Wenn du danach immer weiter der Küste folgst, kommst du zu einem kleineren Hafen, welcher in einer wunderschönen kleinen Bucht liegt.

Zurück läufst du am besten quer durch die Stadt. Hier bekommst du einen tollen Eindruck vom Leben in Piräus. Kurz vor der Metro Station ist eine kleinere Markthalle gelegen, in welcher du vor allem frischen Fisch kaufen kannst.

Athen hat etwas auf dem Kasten …

Athen kennt jeder. Aber die wenigsten haben die griechische Hauptstadt schon einmal besucht. Hier wirst du Orte finden, welche auf Hochglanz poliert wurden. Du wirst aber ebenso Plätze finden, die sehr authentisch wirken und einfach die nötige Rustikalität besitzen.

Am besten suchst du dir eine Unterkunft in einen der vielen Arbeiter-Stadtteile (Petralona, Tavros ist sehr zu empfehlen) und lernst dadurch ein anderes Leben kennen, als es im Zentrum zu beobachten ist.
Mit der Metro kannst du dich in Athen sehr günstig bewegen und kannst dir die Stadt ansehen.

Auf keinen Falls solltest du es verpassen, dir in einen der zahlreichen kleinen Straßen-Tavernen (Imbissen) einen Souflaki oder eine andere griechische Spezialität zu kaufen. Es schmeckt so gut!

Athen kannst du ganzjährig bereisen. Den Sommer solltest du jedoch nur wählen, wenn du Bock auf Hitze hast.
Wir haben uns Athen im Februar angeschaut und waren von den frühlingshaften Temperaturen begeistert. Es ist für mich die beste Jahreszeit für Sightseeing-Trips.

In diesem Sinne: Yasu und auf nach Athen!

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