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Vom Heimkino zu Leinwand: Ein Abend im Clubkino

Lang, lang ist es her, dass ich zuletzt im Kino gewesen bin. So recht kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann genau das war. Es muss jedenfalls noch vor der Covid-Pandemie gewesen sein, auch wenn ich es zeitlich nicht mehr exakt einordnen kann.

Wie auch immer: In den vergangenen Wochen war ich nun wieder einmal im Kino. Eigentlich hatte ich geplant, gemeinsam mit meiner Familie den zweiten Stromberg-Film anzuschauen. Aufgrund eines kurzfristigen grippalen Infekts meiner Eltern besuchte ich stattdessen zusammen mit meiner Freundin den Film Im Schatten des Orangenbaums.

Das schönste Kino in meiner Umgebung

Natürlich fiel die Wahl nicht auf ein x-beliebiges Kino, das von einem Konzern geführt wird, in dessen Führungsetagen vermutlich nicht zwingend Cineasten sitzen.

Ganz anders ist es bei dem Kino, das wir am liebsten besuchen – und das wir seit mindestens sechs Jahren nicht mehr betreten hatten. In unserem Nachbarort gibt es ein wunderschönes kleines Clubkino.

Die Eintrittskarte kostet hier noch fünf Euro, bei Überlänge werden faire sechs Euro verlangt. Es gibt lediglich zwei Säle, wobei der kleinere eigentlich nicht viel mehr ist als ein größerer Raum mit Leinwand. Doch genau das stört überhaupt nicht. Der Charme dieses Kinos ist schlicht einmalig.

Bereits der Eingangsbereich versetzt einen augenblicklich in eine längst vergangene Zeit – Nostalgie pur. Die Kinokarten werden etwa 30 Minuten vor Filmbeginn verkauft, bis dahin heißt es warten und Schlange stehen. Nicht selten stehen die Besucherinnen und Besucher sogar auf der Straße, um eine der begehrten Karten zu ergattern.

Natürlich wird das Kino nicht allein wegen der günstigen Preise so gut besucht, sondern vor allem aufgrund seiner besonderen Filmauswahl.

Das Programmkino überzeugt mit einem gelungenen Mix aus alternativen Filmen, sorgfältig ausgewählten Blockbustern, regelmäßigen Kinderfilmen – und nicht zu vergessen der spürbaren Vorliebe für den französischen Film.

So schaue ich Filme: Digital leihen, gemütlich schauen

Oft schaue ich mir das Programm des Kinos an und fülle anhand der Auswahl meine persönliche Watchlist. Zusätzlich folge ich auf YouTube dem ein oder anderen Film-Content-Creator. Auf diese Weise entsteht eine sehr gute Watchlist, in der sich selten ein Mainstream-Streifen findet, wie man ihn so oft in den großen Kinoketten sieht.

Diese Filme leihe ich mir meist digital aus und schaue sie auf dem kleinen Fernseher in unserer Wohnung. Ja, einige lachen darüber, dass wir immer noch einen 32-Zoll-TV in unserem eher kleinen Wohnzimmer haben. Aber für mich reicht das vollkommen aus. An diesem Fernseher habe ich ein einfaches, aber solides Soundsystem, sodass der Ton der Filme immerhin etwas Volumen hat.

Und genau so schauen wir eigentlich alle Filme. Wer neugierig ist, was ich mir so anschaue, kann gern einen Blick in den Filmbereich meines Blogs werfen – dort schreibe ich zu jedem Film ein paar Zeilen.

Bei aller Bescheidenheit muss ich sagen: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Filmgeschmack und glaube, dass dieser kleine Fernseher schon deutlich bessere Filme abspielen durfte, als es manch großer TV könnte.

Team Heimkino oder Kinofan?

Ja, das ist die Frage. Ich muss sagen, ich würde mich dem Team Heimkino zuordnen. Ich mag es einfach, nach dem selbstgekochten Essen die Couch zu genießen und einen guten Film zu schauen. Man muss die Wohnung nicht verlassen und ist nach dem Film quasi immer noch zuhause. Und die Auswahl der Filme im Kino ist ja wirklich phänomenal – ganz nach meinem Geschmack. 😉

Aber der letzte Kinobesuch war ebenfalls sehr schön. Endlich einmal wieder trafen wir auf viele junge Menschen, hatten ein leckeres Getränk auf dem Tisch und eine einfache, aber ziemlich große Leinwand vor uns, auf der wir den Film betrachteten.

In diesem wirklich geschmackvollen Raum waren ausschließlich Menschen, die sich aktiv für diesen Film entschieden hatten. Es handelte sich auch nicht um einen leichten Film: Der Streifen behandelte den Israel-Palästina-Konflikt in all seiner Härte, wie er den Familien vor Ort begegnet.

Die Zuschauer hatten sich bewusst gegen das Smartphone als First-Screen und für die Leinwand entschieden – eine wirklich besondere Stimmung im Raum. Selbst der Mitarbeiter an der Snackbar bedankte sich dafür, dass wir Interesse an diesem Film zeigten. Alles in allem war es ein wunderschönes Erlebnis.

Nach diesem Kinobesuch gehöre ich vielleicht nicht mehr zu 100 % dem Team Heimkino, sondern nur noch zu 90 %.

Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich, dass ich mir durchaus vorstellen kann, bald wieder einmal ins Kino zu gehen.

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