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Kategorie: Lesen

Radio Sarajevo (T. Sila)

Diesen autobiographischen Roman von Tijan Sila hätte ich gern gelesen, als ich durch Bosnien-Herzegowina gereist bin.

Er beschreibt den Balkankrieg Anfang der 90er-Jahre aus einer Kindersicht – aus seiner Kindersicht – und das mit all seinen politischen Komplexitäten. Einmal mehr wird in diesem Buch aufgezeigt, wie wenig Sinnhaftigkeit im Krieg liegt. Die Lebensrealität hat sich in Sarajevo komplett verändert und ist verroht. Er und seine Freunde, verharrten in ihren Wohnungen, konnten nicht mehr zu Schule gehen und tauschten Pornographie an Soldaten, um an Süßigkeiten zu kommen.

Hier wird die Widerlichkeit des Krieges sichtbar und das nicht nur zur Zeit des Krieges, sondern auch die Überlebenden sind für ihr restliches Leben vom Krieg gebrandmarkt.

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Kommissar Jennerwein darf nicht sterben (J. Maurer)

Bairischer Dialekt, Schilderungen aus der Region rund um Garmisch-Partenkirchen und das unvergleichliche Team rund um Kommissar Jennerwein – all das sind Gründe, die Romane derr Krimi-Reihe von Jörg Maurer zu verschlingen.

Leider finden sich nur wenige Motive in diesem Roman wieder. Aus diesem Grund, ist es für mich einer der schwächeren Teile der Reihe. Hubertus Jennerwein versucht einen Fall zu lösen, in welchem er auf Tuchfühlung mit verschiedensten Produkten der künstliche Intelligenz geht.

Für alle Fans der Reihe: Natürlich erfährt man hier und da ein paar Informationen über die ganzen Charaktere der Reihe. Somit hat sich die kurzweilige und etwas andere Jennerwein-Lektüre trotz dessen für mich gelohnt.

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Homo Faber (M. Frisch)

Dieses Buch habe ich auf der Reise nach und durch Laos gelesen.
In diesem Roman reist der rational geprägte Walter Faber beruflich durch die Welt. Auf einer seiner Reisen gerät jedoch seine logische, auf Fakten basierte Welt und natürlich ebenfalls sein Leben aus den Fugen.

Man kann durchaus sagen, dass Max Frisch in diesem Roman die Irrungen und Wirrungen des Lebens beschreibt. Er thematisiert Themen wie Schuld, Liebe, Verantwortung und natürlich die Unberechenbarkeit des Lebens in diesem Roman.

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Der Fluch (S. King)

Ich liebe die Romane, die Stephen Kind als Richard Bachmann geschrieben hat. Viele dieser Romane handeln in Maine und sie besitzen irgendwie eine ganz besondere ‚kingsche‘ Stimmung.

Anfangs spürte ich dieses Gefühl auch bei „Der Fluch“, aber in Richtung Mitte des Buches zog sich die Story wie ein zäher Kaugummi. Den Plot ist jedoch sehr gut. Aufgrund eines Unfalls wird der Amerikaner Billy Halleck verflucht. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der übergewichtige Anwalt Tag für Tag stetig ab. Und zwar jeden Tag. Anfangs empfand ich die Vorstellung und Story wirklich gut, je weiter ich lies, desto langatmiger entwickelte sich die Story jedoch. Dennoch hat King hier wieder einen sehr zeit- und gesellschaftskritischen Roman geschrieben.

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Going Zero (A. McCarten)

Dieses Buch war ein spontaner Kauf in meiner Lieblingsbuchhandlung. Ich hatte mir den Klappentext durchgelesen und war sofort begeistert. Themen wie Abhängigkeit von den neuen bzw. sozialen Medien, dem einhergehenden (eventuellen) Verlust der eigenen Privatsphäre, dem Wunsch riesiger Konzerne nach dem ‚Beherrschen der Welt‘ und dies alles gepaart mit einem Battle-Royal-Game … Dies sind genau meine Trigger-Themen, die mich zum Kauf des Buches bewogen haben.

Eins kann ich sagen: Ich wurde belohnt. Ich war von diesem Thriller, der in der heutigen Zeit oder in der nahen Zukunft handelt, sehr beeindruckt. Immer wieder kam mir der Gedanke auf, dass wir doch gar nicht soweit von dieser beschriebenen Utopie entfernt sind. Ohne dabei aktuelle technische Fortschritte verteufeln zu wollen. Im Laufe des Lesen war ich des Öfteren über das Handeln der Protogonisten sowie Antagonisten verblüfft und zugleich schockiert.

Ich spreche hiermit – ganz offiziell – eine Leseempfehlung aus!

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Offene See (B. Myers)

Dieser Roman handelt im Nachkriegs-England und begleitet den Hauptprotagonisten Robert auf einer Wanderung, bevor er den für sich bestimmten Lebensweg eines Bergmanns betritt. Auf dieser Wanderung lernt er die Dulcy – eine einsame und irgendwie auch eigenartige Frau – kennen.

Myers hat die Poesie nicht nur zu einen der Hauptthemen des Romans aufleben lassen und sondern hat diese Geschichte wirklich poetisch und wohlklingend geschrieben. Beim Lesen taucht man regelrecht in die wunderschöne englische Landschaft ein und verfolgt mit Spannung diese langsam – aber intensiv – erzählte Geschichte.

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Die Tage in der Buchhandlung Morisaki (S. Yagisawa)

Dieses Buch habe ich mir auf einem Kurztrip über ein verlängertes Wochenende gekauft. Das Cover ist mir sofort aufgefallen. Es wirkt sehr atmosphärisch und irgendwie asiatisch. Abgesehen davon, werde ich bei Büchern über Buchhandlungen schwach.
Nicht nur das Buchcover ist atmosphärisch – sondern auch das Buch. Die junge Frau Takako lebt für einen Abschnitt ihres Lebens in einem Antiquariat und hat mit vielen Menschen Kontakt, die Bücher lieben. Dazu kommt noch der ein oder andere soziale Kontakt – und fertig ist der Plot.
Der kurze Roman handelt in einer kleinen japanischen Stadt, welche bekannt für ihrer Buchhandlungen ist. Und irgendwie, ist es dem Autor gelungen, die Atmosphäre der Handlungsorte, der Natur und der Buchhandlung sehr gut auf das Papier zu bekommen.
Für mich war dieses Buch ein kleiner Ausflug nach Japan. Ich habe es sehr genossen, diesen (teils etwas kitschigen) Roman zu lesen.

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