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Auf Langlaufskiern ins kleine Abenteuer

Lang ist es her, dass hier im Vorland des Erzgebirges so viel Schnee gelegen hat, dass man tatsächlich mit den Langlaufskiern unterwegs sein konnte. Doch zu Beginn des Jahres 2026 war es endlich wieder so weit: Ich konnte meine Ski aus dem Keller holen und ein paar Runden drehen.

Das Beste daran ist, dass ich direkt vor der Haustür starten kann. Kein Auto, keine Anfahrt, kein Winterurlaub in den Bergen. Stattdessen ziehe ich mir die Ski an, trete vor die Wohnungstür und bin mittendrin. Ein Luxus, der mir in diesem Moment wieder bewusst geworden ist.

Ski-Langlauf ist eine Sportart, die ich erst im jungen Erwachsenenalter erlernt habe und die ich nur selten ausübe. Doch genau das macht ihren Reiz aus: Man kann sie im Dunkeln erleben, sich durch stille Wälder und verschneite Felder bewegen und dabei die eigene Heimat wie ein kleines Abenteuer neu entdecken. Jeder Schritt auf den Skiern, jede Spur im frischen Schnee, lässt mich die Welt um mich herum intensiver wahrnehmen.

Da vergesse ich es fast, dass ich nicht mit Markus Lanz am Nord- oder Südpol unterwegs bin, sondern mich nur wenige Kilometer von meiner Haustüre befinde.

In diesem Jahr war es endlich wieder soweit: Ich konnte die verstaubten Ski aus dem Keller holen, anschnallen und mich aufmachen zu einer kleinen Expedition direkt vor meiner Haustür.

Der Schnee knarrt und knirscht unter meinen Langlaufschuhen. Ich bin warm eingepackt, trage einen kleinen Rucksack, gefüllt mit Wasser, einem Snack, einer wärmenden Weste und meiner Kamera. Die ersten Meter lege ich zu Fuß zurück, die Skier lässig auf den Schultern getragen, im flotten Schritt.

Direkt vor meiner Haustür kann ich mich noch nicht in die Loipe stürzen, aber nach nur wenigen Minuten erreiche ich die ersten Spuren.

Der kleine Berg ist steil, dafür aber recht kurz. Oben angekommen lege ich die Ski in den Schnee, klicke mich ein und los geht’s. Die ersten Schritte fühlen sich ungewohnt an, doch schon nach kurzer Zeit bin ich wieder in der Bewegung.

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die wenig mit Wintersport am Hut hatte. Abgesehen von meinen Schlittenfähigkeiten konnte ich bis vor etwa 15 Jahren kaum Ski fahren. Doch irgendwann, vermutlich 2010, entschied ich mich, Langlaufskier zu kaufen – eine Investition von damals 200 Euro, die sich mehr als gelohnt hat. Die Bewegung war mir neu, machte aber von Anfang an Spaß. Technisch bin ich noch immer kein Meister, doch meine Freude an der Bewegung kompensiert jedes fehlende Talent.

Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, mit diesen „fließenden“ Bewegungen durch die Winterlandschaft zu gleiten. Mit den Skiern unter den Füßen erschließen sich Wege, die ich sonst mit Rad oder Laufschuhen nicht nehmen könnte. Ich kann entspannt durch den Wald gleiten oder über weite Felder meine Spuren ziehen – oder im besten Fall die vorhandenen nutzen. Die Möglichkeiten scheinen nahezu unendlich.

So waren auch die letzten beiden Tage. Ein kleiner, aber beachtlicher Neuschnee hatte endlich genügend Pulverschnee für die Skier hinterlassen. Ich fuhr gemütlich, aber mit abenteuerlichem Ehrgeiz durch Wälder und über Felder. Der kalte Wind verwehte meine Spuren binnen Minuten, und die Schneeflocken stachen wie kleine Nadeln ins Gesicht – doch der Blick über die endlosen, weiß bedeckten Felder machte alles wett.

In den zwei Tagen verbrachte ich knapp sechs Stunden draußen und sammelte neue Eindrücke und Impulse. Mit leichtem Muskelkater und einer offenen Blase an der rechten Ferse trauere ich dem Schnee schon ein wenig hinterher. Morgen soll das Wetter umschlagen, und die kleine Langlaufsaison wird nach nur zwei Tagen vorerst enden.

Aber egal. Die Touren waren einfach zu schön, und die Abende danach umso entspannter. Müde, aber zufrieden, genieße ich die Wärme meiner Wohnung.

Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Abenteuer auf Ski in den Wäldern und über die Felder; hoffentlich bis dahin wieder schmerzfrei.

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