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4 Mahlzeiten und 4 Fotospots in der Sächsischen Schweiz

Es war der letzte Tag, an welchem in Europa Frieden herrschte, als ich einen milden Wintertag im Nationalpark Sächsische Schweiz verbrachte.

Während dieser Tage im Februar 2022 war es dringend notwendig, die eigenen vier Wände zu verlassen und mal wieder ein kleines Abenteuer zu erleben. Bei solchen Gemütslagen kommt mir die Sächsische Schweiz immer ganz recht. Dies ist sicherlich nicht fair gegenüber dieser tollen Landschaft. Denn sie hat viel mehr zu bieten, als nur eine Notlösung für Momente, in denen man nicht in die großen Gebirge fahren kann.

Der Caddy ruft nach einem Abenteuer

So hießt es am Vorabend der Wanderung: das Auto packen, Kamera und Essen vorbereiten und ab auf die Autobahn. Knappe zwei Stunden später fand ich einen tollen Schlafplatz kurz vor dem Nationalpark. Die Nacht war kalt und klar, dies versprach bestes Wetter für den morgigen Tag.

Gerade im Winter macht es riesigen Spaß im Caddy zu schlafen. Es ist dunkel. Im Auto kann man das Licht anmachen und irgendwie hat auch die Kälte etwas. Die Nacht auf dem Stellplatz war ruhig und leider sehr schnell vorbei. Aber was soll’s: die Sächsische Schweiz ruft.

Vor dem Frühstück auf den Lilienstein

Den Lilienstein stand schon lange auf meiner Liste. Ich hatte auch schon ein Zielfoto im Kopf, an welchem ich mich heute versuchen wollte. Eigentlich wollte ich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein. Aber die aufziehende Bewölkung machte mir einen Strich durch die Rechnung. Allerdings mit dem guten Nebeneffekt, dass ich etwas länger im warmen Schlafsack liegen konnte.

Bevor es auf die kurze und einfache Wanderung auf das Gipfelplateau ging, musste ich erst einmal mit dem Parkautomaten klar kommen. Wie immer hatte ich kein Bargeld und ebenfalls Normalität in Deutschland: Parkgebühren können nicht mit der Geldkarte beglichen werden. Also schrieb ich einen netten Zettel und hoffte auf Nachsicht bei der Kontrolle.

Auf dem Lilienstein selbst zog leider ein leichter Regen bei niedrigen einstelligen Temperaturen auf. Aber dies minderte die schöne Aussicht auf die Elbe sowie das Elbsandstein Gebirge in keinster Weise.

Am Fotospot ließ ich mir ausreichend Zeit, um nach einem schönen Motiv zu suchen und ein gemütliches (wenn auch kaltes) Frühstück zu essen.

Der Klassiker: Pasta nach dem Bastei-Besuch

Nach dem Frühstück ist vor dem Mittagessen. Bevor ich mir meine Pasta im Caddy kochte, besuchte ich noch die Bastei. Genau gesagt einen Fotospot, von welchem man einen tollen Blick auf die Bastei hat. Letztlich ist die Bastei ein überlaufener Hotspot. In Relation auch im Winter. Aber irgendwie geht die Bastei immer und der – mit dem Sandstein verschmolzene Steg – fasziniert doch immer wieder.

Nach einer kurzen Wanderung war der Fotospot – mit Blick auf die Bastei – schnell gefunden. Aber irgendwie überzeugte er mich nicht ganz so, wie ich es mir erhofft habe. Vor Jahren habe ich an diesem Flecken Erde schon einmal gesessen und die Aussicht genossen. Damals hatte ich die Location eindrücklicher wahrgenommen. Aber nichtsdestotrotz haben sich die wenigen Schritte gelohnt und das Schwelgen in Erinnerungen hat auch bei diesem Anblick gut funktioniert.

Schrammstein-Aussicht als Dessert

Mit den weltbesten Nudeln im Magen ging es nun auf eine kurze Fahrt Richtung Schrammsteine. Meine kleine – aber feine – Wanderung startete in Ostrau und schlängelte sich an den Falkensteinen vorbei. Über den Steig Mittelwinkel erreichte ich die weltbekannte Schrammstein-Aussicht. Leider Gottes war hier selbst im Winter allerhand los. Nach dem obligatorischen Foto zur prallen Mittagssonne ging ich wieder zurück ins Tal.

Der Rückweg gestaltete sich sehr abenteuerlich, als ich mir vornahm, ein paar Kletter-Einstiege abzulaufen. Leider gab es an diesem Nachmittag im Februar keine Sandstein-Kletterer zu beobachten.

Zum perfekten Dinner am Lehnstein

Eins vorweg: Ich habe mein Dinner noch einmal gemütlich im Caddy zu mir genommen. Aber die vorhergehenden Überschriften haben mich quasi dazu gezwungen, diesen Blogpost mit einem Dinner am Lehnsteig abzurunden.

Während meiner kleinen Tour habe ich im Wanderführer einen schönen Spot für den Sonnenuntergang gefunden. Unter leichten Zeitdruck parkte ich den Caddy in Schmilka – kurz vor der Grenze zu Tschechien – ab und rannte den steilen Steig bergauf.

Vieles sieht auf dem Gipfel anders aus. So auch auf den Gipfeln der Sächsischen Schweiz. Von hier oben habe ich nämlich gesehen, dass die Sonne noch recht hoch am Horizont steht. Also hatte ich noch genügend Zeit, mir die Umgebung anzusehen und einen geeigneten Spot für den Sonnenuntergang zu finden.

Als ich glaubte, einen guten Spot gefunden zu haben. Sah ich einen Menschen, der nahe des Lehnschiffes stand. Und dort gab es alles, was das Fotografen-Herz höher schlagen lässt: Sandstein, Fels und einen Baum im Vordergrund. So muss das in der Sächsischen Schweiz sein.

Nach kurzen Ringen mit mir selbst, entschloss ich mich dazu, abzusteigen und dem Menschen Gesellschaft zu leisten.

Rückblickend kann ich sagen, dass dies eine gute Idee war. Ich habe auf diesen Weg Stephan kennengelernt. Er ist ein ambitionierte Fotograf und – ja – auch Abenteurer. Er konnte mir viel über das Elbsandstein Gebirge sowie den Fotospot erzählen und ich konnte endlich mal einen richtigen Fotografen über die Schulter schauen.

Zu allem Übel sind am Ende sogar noch ganz passable Fotos entstanden. Mit einem guten Gefühl, zahlreichen Fotos auf der SD Karte packte ich im dunkeln meinen Rucksack und machte mich mit meiner Stirnlampe auf den Rückweg zum Caddy.

Im Lichtkegel der Stirnlampe und mitten in der Stille des Wald schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Ich reflektierte diesen schönen Tag, den ich in dieser schönen Natur verbrachte. Wieder einmal kam ich zu dem Entschluss, dass man solche kleinen Ausflüge, Abenteuer, Trips oder Landpartien einfach zu wenig unternimmt.

Also: Matratze ins Auto, Rucksack auf den Rücken und ab in die Natur!

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