Sonnenuntergang auf dem Gohrisch

Die Sächsische Schweiz ist dir sicherlich bekannt. Nicht zu letzt durch zahlreichen Influencer gewann sie in den letzten Jahren stark an Popularität. Der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges ist bekannt für die wunderschöne Landschaft. Die Elbe schlängelt sich durch dieses kleine Gebirge – vorbei an bizarren Felsformen und wunderschönen Wäldern. Obwohl das Mittelgebirge nur zwei Autostunden von meiner Haustür entfernt gelegen ist, halten sich meine bisherigen Besuche jedoch in Grenzen.

Während meiner Studienzeit, in welcher ich ein Jahr in Dresden studiert habe, war die Sächsische Schweiz ein regelmäßiges Ziel zahlreicher Trainingsfahrten mit dem Rad. Zu Fuß habe ich die Topographie des Gebirges jedoch noch nicht oft erkundet.

Dies sollte sich im vergangenen Herbst ändern. Gezwungener Maßen war die Zeit vorhanden und die Möglichkeiten des Reisens begrenzt. Also galt es, die Heimat zu erkunden und die wunderschöne Landschaft der Sächsischen Schweiz im Herbst zu genießen.

Als erste Station diente der Tafelberg „Gohrisch“. Unter einem Tafelberg kann man einen Berg mit einer weiten Gipfelebene verstehen. Das heißt, man kann auf der Höhe des Gipfels ein ganzes Stück auf einem nahezu ebenen Plateau laufen und das Panorama von vielen Spots auf die umliegende Landschaft genießen.

Ganz klar: Diese Berge sind (zumindest für mich) nicht mit den schroffen Gipfeln der Alpen zu vergleichen. Aber irgendwie haben auch diese Berge ihren Reiz.

Warum der Gohrisch?

Vom Gohrisch las ich im Fotomagazin „Zielfoto“ von Stephan Wiesner. Beim Lesen dachte ich: „Es kann doch nicht sein, dass der norddeutsche Fotograf mit schweizer Vergangenheit schon öfter in der Sächsischen Schweiz gewesen ist, als ich es war!%§?!“

Also hieß es für mich, ab ins Elbi. Genau so wird das Elbsandsteingebirge von den Dresdner Outdoor-People genannt.

Auf geht es … ab auf den Berg!

Oberhalb des Ortes Gohrisch ist ein ausgeschilderter Wanderparkpplatz. Von hier startet der „Aufstieg“ zum Gipfelplateau des knapp 450 m hohen Tafelbergs. Der Aufstieg ist geprägt durch viele Stufen und ein paar Leitern. Er ist nie wirklich anspruchsvoll. Dennoch solltest du eine gewisse Trittsicherheit bzw. eine Kompetenz, Treppen / Leitern (Nässe!) sicher zu steigen, mitbringen.

Das Umgebung des Gipfels ist sehr weitläufig und bietet vielseitige Fotospots. Auf vielen der Steine wachsen alte Kiefern, die sich als ein sehr fotogener Vordergrund für Aufnahmen der umliegenden Landschaft eignen. Diese Art von Fotos kennt sicherlich jede. Sie sind typisch für das Elbsandsteingebirge.

Besonders lohnt es sich natürlich, den Gohrisch zum Sonnenaufgang oder -untergang zu besuchen.
Zu diesen Zeiten ist das Lichtspiel am attraktivsten und gibt deinen Aufnahmen den letzten Kick.

Was man auf meinen Bilder nicht sieht, ist der unglaubliche Andrang von Fotografen während des Sonnenuntergs. Die Stimmung war ein Mischung aus Spektakel und Stellungskrieg. Jeder wartete fasziniert auf den Untergang der Sonne. Allerdings achtete jeder Fotograf auch darauf, seinen Nachbarn nicht aus dem Auge zu verlieren. Schließlich könnte er den potentiell besseren Standpunkt haben. Sobald man sich traute, auch nur zu zucken oder irgendeine Schraube am Stativ zu drehen, brachen zeitgleich mindestens drei Fotografen auf und wuchteten sich mitsamt der Ausrüstung in meine Richtung.

Spaß bei Seite. Es war viel los, der Moment war jedoch einfach nur wunderschön anzusehen.

Es lohnt sich, den Sonnenuntergang auf einen der unzähligen Tafelberge des Elbis zu genießen und ein paar Schnappschüsse für die Ewigkeit festzuhalten.

Der Aufstieg war nicht lang und technisch nicht besonders anspruchsvoll. Also sprach nichts dagegen, den Abstieg mit Stirnlampe zu wagen.

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