Durch die Straßen von Petralona in Athen

Am liebsten wohnen wir auf unseren Reisen in Stadtteilen, in welchen wir von möglichst vielen Locals umgeben sind. Sofern dies in europäischen Metropolen überhaupt funktioniert. Unsere Hoffnung ist, einen Einblick in das normale Leben der Menschen zu bekommen. Durch das Bauchgefühl gesteuert, lernt man Orte kennen, die keinen Geotag bei Instagram haben und somit tendiert die Selfie-People-Rate gegen null.

Das haben wir auch in Athen versucht und uns eine Wohnung im von Wohnhäusern durchzogenen Stadteil Petralona angemietet. Die Umgebung unserer Wohnung war eher rustikal, normal und nicht ganz so herausgeputzt, wie es manch andere Viertel sind. Aber dennoch ist Petralona sehenswert und wir haben uns sofort wohl gefühlt.

Das Erscheinungsbild in unserem Viertel wurde hauptsächlich durch einfache Mehrfamilienhäuser geprägt. Diese wurden vor einigen Jahrzehnten schnell und kostengünstig gebaut , um Wohnungen für die vielen Menschen, die in die griechische Hauptstadt zogen, anzubieten. Zwischen diesen Wohnblöcken gibt es Autowerkstätten, kleinere Lebensmittelgeschäfte und andere Läden, die man im Alltag so braucht, wie zum Beispiel Frisöre oder Haushaltswarenläden. Vereinzelt findet man auch Restaurants oder Imbisse.
Sehr zu Empfehlen ist der Imbiss Best Taste, dieser befindet sich in Richtung der Metro-Haltestelle von Petralona.

Den besten Eindruck in das Leben eines Stadtviertels bekommt man (meiner Meinung nach) entweder am frühen Morgen, wenn alle ihre Wohnungen verlassen, um auf Arbeit zu gehen, oder am späten Abend, wenn die Menschen ihren Feierabend genießen.
Ich habe es mir zu Angwohnheit gemacht, möglichst noch vor dem Frühstück, eine Runde durch das Stadtviertel zu laufen und in die allmorgendliche Rushhour einzutauchen.

Das frühe Aufstehen, wird dabei fast immer mit einem unsagbar schönem Licht und einer besonderen Stimmung belohnt. Alle Menschen laufen im flotten Schritt zur Arbeit, kaufen sich schnell ihr Frühstück und man selbst, kann ganz entspannt die Menschen beobachten und nach Fotomotiven Ausschau halten.

Auf diese Art und Weise habe ich unzählige einzigartige und unvergessliche Momente erlebt. Ich habe Orte entdeckt, die man sonst niemals kennengelernt hätte.
Am nachhaltigsten sind jedoch Begegnungen mit Menschen, die sich sehr dafür interessieren, warum man sich diese scheinbar tristen Orte als Tourist zu einer solch (vermeintlich) undankbaren Zeit ansieht.

Von daher: Einfach mal eine Stunde früher aufstehen, schnell das Haus verlassen und durch die Straßen ziehen. Du wirst mit Garantie unvergessliche Momente erleben.

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