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Kategorie: buch_2022

Der Buchhändler aus Kabul (A. Seierstad)

Dieses Buch ist wirklich nicht einfach zu beschreiben. Kurz zusammengefasst: Die Autorin wurde eingeladen, um mehrere Monate bei einem Buchhändler aus Kabul zu verbringen. Dabei lernt sie seine Familie kennen und bekommt einen tiefen Einblick in das Leben dieser afghanischen Familie.

Ihre Beobachtungen gibt sie unverblümt an die Leserin und den Leser weiter. Viele Situationen waren für mich so strange, dass ich mehrmals aufgehört habe zu lesen und versuchte, die Situation zu verstehen. Während des Lesens schlug ich oftmals verschiedene Begrifflichkeiten der afghanischen Kultur nach.

Letztlich ist das Buch auf jeden Fall lesenswert. Es gibt dem Leser einen persönlichen und zu gleich intensiven Einblick in die Kultur sowie das Leben der Menschen Afghanistans. Mich hat das Buch mehrmals sehr nachdenklich zurückgelassen und ich habe überlegt, wie sich das Leben der Menschen und vor allem der Frauen in Afghanistan verbessern kann. Wichtig jedoch: Ohne Ihnen unseren westlichen Lebensstil aufzuzwingen. Dies ist – so glaube ich – eine sehr schwere und feinfühlige Aufgabe.

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Der letzte Satz (R. Seethaler)

Diesen Roman habe ich auf der Reise nach Mardin in Südostanatolien gelesen. Rückblickend kann ich sagen, dass es genau das richtige Buch für diese Reise gewesen ist. Es ist nicht übertrieben, wenn ich schreibe, dass man nach jeder Seite minutenlang nachdenken könnte.

Robert Seethaler beschreibt mit seinem wunderschönen Sprachstil die letzte Reise des Komponisten Gustav Mahlers über den Atlantik von New York nach Europa.

Mahler steht kurz vor seinem Lebensende und führt zahlreiche Gespräche mit einem jungen Bediensteten. Die Gespräche sind durch viele Rückblicke auf sein Leben geprägt. Aber nicht nur Mahler gibt dem Leser viele Perspektiven zum Nachdenken, sondern auch der junge Bedienstete.

Dieser kurze Roman / Novelle ist überaus lesenswert und regt durchgehend zum Nachdenken an. Mein Blick schweifte dabei immer über die wüstenähnliche Landschaften Anatoliens – weit in die Ferne. Und auch ich machte mir Gedanken über Mahlers Leben – aber auch mein Leben.

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Der Lauf seines Lebens – The Flying Sikh (2013)

Filme nach einer wahren Begebenheit sind meines Erachtens ein ganz eigenes Genre. Denn je nach Story, habe ich oftmals den Moment während des Ansehens, in welchem ich mir denke: „Das gibt es doch nicht.“
So erging es mir auch mehrmals während des Films „The Flying Sikh“. Dieses Sportlerpotrait begleitet das aufregende Leben des pakistanischen / indischen Läufers Milkha Singh. Die Biographie des Sportlers ist aufregend und wunderbar erzählt. Die Boolywood Einflüsse sind deutlich erkennbar, fließen jedoch für meinen Geschmack noch nicht zu sehr ein. Gewaltige Bilder und ein toller Soundtrack runden den gelungenen Film ab.

Es lohnt sich natürlich, sich ein wenig mit Milkha Singhzu beschäftigen. Der Wikipedia-Artikel ist der perfekte Einstieg dafür. Leider ist er im Jahr 2021 der COVID19-Pandemie in Indien zum Opfer gefallen und an der Viruserkrankung verstorben.

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Der Gang vor die Hunde (E. Kästner)

Kästners Roman „Der Gang vor die Hunde“ handelt in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs. Dabei wird Herrn Fabians Leben, welcher als Werbefachmann arbeitet, literarisch begleitet und Kästner zeigt mit einer zeitlosen Sprache auf, wie die Uhren im damaligen Berlin ticken. Es ist eine wunderbare, kurzweilige Geschichte, die viele Parallelen zur heutigen Zeit aufweist.

Die neue Ausgabe zeigt den Roman, wie in ihn Kästner 1931 veröffentlichen wollte, aber nicht durfte. Dadurch, dass der Roman damals als sittenwidrig angesehen wurde, mussten viele Szenen verändert werden, bevor er publiziert werden konnte. Später wurde dieses Werk komplett von der NS verboten.

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