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Kategorie: Filme

Sirāt (2025)

Diesen Film des Regisseurs Óliver Laxe hatte ich schon sehr lang auf meiner Liste, bevor ich ihn mir auf Mubi angesehen habe.

Die erste Hälfte des Films ist fast wie ein klassischer Roadtrip gestaltet. Ein Vater macht sich gemeinsam mit seinem Sohn auf die Suche nach seiner vermissten Tochter in Nordafrika. Dabei stoßen sie auf eine Community, die in Marokko auf einem Rave feiert.

Der Film löst sich nach und nach aus seinem Genre, kippt, entwickelt eine eigene Logik. Er wird dramatisch, dystopisch und ich gebe es offen zu: Ich hatte zeitweise keine Ahnung, in welche Richtung er mich noch führen würde. Mir gefällt so etwas ja.

Das Ende des Films ist sehr umstritten. Sogar unter professionellen Filmkritikerinnen und -kritikern gingen die Meinungen weit auseinander, wie der Regisseur die Zusehenden aus dem Film entlässt.
Ich muss sagen, mir hat das Ende sehr gefallen. Was das Ende so trifft: Am Ende sitzen wir doch alle im gleichen Zug, wenn eine Katastrophe über uns hereinbricht.

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The Brutalist (2025)

Der Film folgt László Tóth, einem ungarisch-jüdischen Architekten und Bauhaus-Absolventen, der 1947 den Holocaust überlebt hat und in die USA flieht. Er kommt mittellos in Pennsylvania an und arbeitet zunächst im Laden seines Cousins.

Sein von Armut geprägtes Leben in den USA ändert sich massiv, als er einen exzentrischen und wohlhabenden Menschen kennenlernt, welcher sein architektonisches Genie erkennt und ihn beauftragt, ein sehr umfangreiches Projekt umzusetzen. Natürlich dient Toth hier nur als Verwirklicher; den Ruhm sollte der wohlhabender Mann erhalten.

In den folgenden 2 Stunden (Gesamtlänge des Films über 3 Stunden) werden verschiedene wirklich schwere und wichtige Themen behandelt. Das für mich dominierende Thema ist jedoch: Das der Holocaust nach Ende des zweiten Weltkrieges für die überlebenden Opfer keineswegs vorbei ist.

Die Opfer müssen weiterhin ihr gesamtes Leben mit den Traumata, den Verlusten und den Schäden an ihrem Körper leben.

Das Leben des Architekten László Tóth nach dem Holocausts ist genau dadurch geprägt und ihm fällt es nur schwer, ein beschwerdeloses oder „normales“ Leben führen zu können. Es wird immer wieder aufgezeigt, wie verzweifelnd die Situation für Toth und seine Familie in Amerika ist – eine Nation, die zur Handlungszeit des Films keinerlei Feingefühl im Umgang mit Überlebenden und genauso wenig Kenntnis über die Grausamkeiten des Holocausts besitzt.

Es ist ein so mehrperspektivischer und inhaltlich komplexer Film, den die meisten Online-Film-YouTuber meiner Meinung nach nicht gerecht bewerten konnten. Hier fehlte mir oft die Perspektive des vergangenen Holocausts und die Auswirkung der Traumata auf das weitere Leben der Überlebenden.

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Good Will Hunting (1997)

In diesem Film wird der schwierige Weg der Hauptprotagonisten Will (Matt Damon) und Sean (Robin Williams), das eigene Leben selbstbestimmt zu leben, gezeigt.

Will stammt aus der Arbeiterschicht und während seines Jobs als Hausmeister am amerikanische MIT zeigt sich, dass er auf dem mathematischen Gebiet hochbegabt ist. Sofort versucht sich ein Professor um ihn zu kümmern und Will zu seinem Wunderkind zu machen.

Nach einigen Umwegen gerät er an den Psychologen Sean und der Film nimmt einen wunderbaren Lauf.

Es ist ein Film über das Scheitern, über das Aufarbeiten von Traumata, über die immer noch bestehende Klassenzugehörigkeit in unserer modernen Welt sowie über das Privileg, sein Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können.

Ich hatte diesen Klassiker noch nicht gesehen und muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt, diesen Film zu schauen. Die Story, die schauspielerische Leistung, die gezeigten Bilder und Szenen – nicht zu vergessen der Soundtrack – waren großartig.

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The Lobster (2015)

In verschiedenen Podcasts und auf diversen YouTube-Kanälen hatte ich schon viel Gutes über den Regisseur Giorgos Lanthimos gehört, doch tatsächlich war mir sein Werk bis vor Kurzem völlig fremd.

Vor einer Woche hat sich das geändert: Mit „The Killing of a Sacred Deer“ erlebte ich einen fantastischen Erstkontakt. Angespornt davon werde ich mich in den nächsten Wochen weiter durch die teils skurrilen Filme des griechischen Regisseurs arbeiten.

„The Lobster“ war ein ebenso sehenswerter Film. Die Kameraarbeit, die Dialoge und die Charakterzeichnung sind herausragend; die Story empfand ich als absolut stimmig.

Die Protagonisten bewegen sich in einer Welt, in der es untersagt ist, allein zu leben. Werden sie zum Single, bleibt ihnen nur ein begrenzter Zeitrahmen, um ihren Beziehungsstatus zu ändern, andernfalls droht eine drastische Strafe. In dieser Dystopie rund um den Paarzwang entfaltet sich ein bizarrer Kosmos, der das gesamte Gedankenkonstrukt faszinierend macht.

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Pulp Fiction (1994)

Irgendwann hatte ich diesen Film schon einmal angefangen, aber nicht zu Ende geschaut. Nun war es soweit. Der Film ist ja Kulturgut einer ganzen Generation aus den 1990igern.

Dementsprechend hoch war meine Erwartungshaltung, die leider nicht erfüllt werden konnte.

Der Film ist schon gut und besonders, aber irgendwie ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Die Erzählstruktur Tarantinos ist schon wirklich gut, aber 30 Jahr nach dem Erscheinen des Films nicht wirklich besonders. Die inhaltslosen Dialoge sind hörenswert, der Soundtrack ist ebenso wirklich gut, der Cast des Films ist echt verrückt, aber die Story blieb meiner Meinung nach irgendwie auf der Strecke.

Dennoch bin ich froh, den Film endlich gesehen zu haben.

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The Killing of the sacred Deer (2017)

Wow, was war das für ein wahnsinnig interessanter Film?! Ich habe selten solch einen verrückten, unterhaltsamen, cineastischen und zugleich lohnenswerten Film gesehen.

Kurz zur Story:

Herzchirurg Steven wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Weil er den Vater des Teenagers Martin bei einer OP verlor, fordert dieser blutige Sühne. Und genau von diesem Racheakt des Teenagers handelt der Film.

Dabei ist der Film nahezu ein Paradebeispiel für die Pflichtlektüre in einem Pro-Seminar über Filmtheorie: schon allein der Titel lässt allerhand Interpretationsspielraum, der Eröffnungsszene der OP am offenen Herzens, die fremdgesteuerten und betäubten Dialoge oder die Frage danach, ob Rache moralisch vertretbar ist.

Der Film hat sich wirklich gelohnt. Mir war lediglich die ein oder andere Leerstelle etwas zu viel. Aber das ist totale Geschmackssache.

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Die Vorkosterinnen (2025)

Der Film erzählt die Geschichte von Margot Wölk – solide gemacht und durchaus sehenswert.

Es geht um die Frauen, die jeden Bissen für Hitler vorkosten mussten, weil die Angst vor Vergiftungen im Führerhauptquartier regierte.

Mich hat besonders der Gedanke berührt, dass diese Geschichte fast verloren gegangen wäre: Margot Wölk hat erst 2012, kurz vor ihrem Lebensende, den Mut gefunden, von diesem bizarren und gefährlichen Schicksal zu erzählen.

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