Einmal um den Lago di Zwenkau

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Es gibt nichts Neues im Hause Futzipelz. Ich müsste meine Abschlussarbeit schreiben und stattdessen stürze ich mich auf das Rad und fahre. An sich sehr schön, da man nach der Bewegung klarer denken kann und einem die Arbeit leichter fällt. Sofern man auch arbeitet.

Letzten Freitag war es mal wieder soweit. Ich hatte am Vortag ein Kapitel zuende geschrieben und als Belohnung gönnte ich mir mal wieder eine längere Tour.
Die Rahmenbedingungen waren gut: Sonnenschein, schon morgen weit über 20°C und jede Menge Zeit.

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Kurz nach 8 Uhr ging es los. Ab auf das Rad und ich versuchte, die Stadt so schnell wie möglich hinter mir zu lassen. Nach wenigen Minuten war ich im hiesischen Stadtwald, der die Geräusche der Stadt immer mehr und mehr schluckte, bis ich nur noch die Natur hörte.

Heute sollte es erst zum Cospudener See gehen, dort ein paar Trails mitnehmen und danach einmal um den Lago di Zwenkau.
Der Cospudener See – unter den Leipzigern auch liebevoll Cossi genannt – ist vorbildlich für den Tourismus ausgebaut. Es gibt zahlreiche Mögllichkeiten sämtliche Genüsse zu stillen und einen prima ausgebauten Radweg, auf denen an den Wochenenden zwischen den Skatern, den Joggern, den Hundebesitzern, den Familien, den Radfahren, den Badegästen, den Walkern und den Rentnern ein fröhlicher Mord- und Totschlag herrscht.
An diesem Freitagmorgen war jedoch recht wenig los und ich hatte die Singletrails, abseits des ausgebauten Radwegs, für mich.

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Lange bin ich jedoch nicht am Cospudener See geblieben, ich nutzte einen Trail zum Lago di Zwenkau. Das schöne an diesem See ist, dass er touristisch noch nicht erschlossen ist. Die Bergbau-Grube wird zur Zeit noch mit Wasser gefüllt; die Wege um den Lago sind alle noch provisiorisch, d.h. noch nicht geteert und somit absolut mountainbike-tauglich.
Hier macht das Radfahren großen Spaß. Der See ist so wahnsinnig blau; das kann man sich kaum vorstellen. Eher Karibik als Sachsen. Man glaub auf jeden Fall nicht, dass man sich nur wenige Kilometer von Leipzig entfernt befindet.

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Unterbrochen wird die Noch-Wildniss nur von einer riesengroßen Baustelle. Hier wird von zahlreichen Bau- und Immobilienfirmen versucht, ein sächsisches Beverly Hills aus dem Boden zustampfen. Hier gibt es noch zahlreiche Grundstücke oder gar fertige Häuser (in ganz guter Lage am Lago) zu kaufen. Ein kleiner Hafen inklusive Mole wurde auch in die Wildnis gerotzt.

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Langsam stand die Sonne schon mächtig hoch am Himmel und es wurde ordentlich warm. Leider hatte ich meine Badesachen vergessen und konnte somit in keinen der beiden Seen baden gehen.
Also genoss ich ich die letzten Trails, bevor ich wieder im Leipziger Auenwald angekommen bin. Hier hatte mich der Schatten und leider auch bald der Lärm der Stadt wieder.

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Die letzten Kilometer ging es nur noch durch die Stadt und dann direkt ab unter die kalte Dusche. Um im besten Fall nach dieser Dusche mit klaren Kopf an meiner Abschlussarbeit schreiben zu können. Hier schließt sich der Rahmen des Berichts.

Fazit: Eine wunderschöne Runde. Es waren knapp 60 augen- und beinfreundliche Kilometer. Vor 2 Jahren hätte ich nicht gedacht, dass man in Leipziger Region so schön radfahren kann.

 

 

 

 

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