Eine Wanderung in das Bergdorf Sarangkot

Wie schon im letzten Blogartikel geschrieben, war es uns leider nicht möglich, einen längeren Trek zu unternehmen. Das heben wir uns für die nächste Nepalreise auf.
Wenn es dir auch so geht, dass du erst einmal ein Trekking-Light, 2 Tage und nur eine Übernachtung, ausprobieren möchtest, dann bist du hier genau richtig.
Die Wanderung in das Bergdorf Sarangkot hatte neben dem Blick auf das Annapurna-Massiv mit dem Machapuchare (6997m, Mount Fishtail) einiges mehr zu bieten. So haben wir in dieser kurzen Zeit einiges erlebt.

Wir starten direkt vom Hotel aus

Gestartet sind wir in Pokhara. Wir haben unsere Rucksäcke gepackt und unserem Hotel bescheid gegeben, dass wir die Nacht nicht im Hotel verbringen.
Nach dem Frühstück (grilled Cheese Sandwich mit Jasmin Tea) ging es vorerst mit dem Taxi zum Einstiegpunkt, um den kleinen Hike zu starten. Schon hier merkten wir, dass diesen Weg trotz der Nähe zu Pokhara nur wenige Touristen nutzen.

Der Anstieg ist recht unspektakulär. Der Weg schlängelt sich die knapp 600hm stetig bergauf und man hat auf jeden Fall Zeit, auch einmal abseits der Wege zu schauen. Schließlich reicht es, wenn du am späteren Nachmittag eincheckst. In Sarangkot verpasst man nicht viel. Hier gilt wieder, der Weg ist das Ziel.

Wir haben die Wanderung im Oktober unternommen und es war sehr warm. Anfangs liefen wir noch im dichten Wald, hier kam ein richtiges Regenwald-Feeling auf. Nicht zuletzt, da es an den vorherigen Abenden immer kräftige Niederschläge am Phewa-See gab.

Eintauchen in das nepalesische Bergleben

Je höher wir kamen, desto schöner wurde das Panorama auf die umliegenden Täler. Der Himmel ist oft voll mit Paraglidern, welche mit Jeeps direkt nach Sarangkot gefahren werden, um sich von dort in die Lüft zu schwingen.
Die Freudenschreie der Glider waren oftmals sehr strange und passten nicht richtig, zu unserem Empfinden. Wir liefen vorbei an schlichten und kleinen Hütten, in welchen die Nepalis in sehr einfachen Verhältnissen leben.

An einem atemberaubenden Aussichtspunkt in der nähe von Lower-Sarangkot (das „niedrige Sarangkot“) genossen wir die Aussicht. Ebenfalls tat dies eine ältere Nepali-Frau, welche wahrscheinlich ein paar Besorgungen im Tal erledigt hat und nun zurück zu ihrer kleinen Farm läuft. Neben dieser Frau, hat auch ein Mann die Aussicht genossen.

Eine Begegnung der besonderen Art

Während wir die Pause verbrachten, kamen wir mit dem Nepali ins Gespräch. Es kam heraus, dass er auch gerade im Tal war. Dort trifft er sich regelmäßig mit Freunden zum Yoga und danach läuft er wieder zurück nach Lower-Sarangkot, das Bergdorf im Schatten von Sarangkot. Wir stellten uns gegenseit vor, er erzählte uns von Nepal und wir erzählten ihm von Deutschland und Europa. Hom – der Nepali – wusste sehr gut über den westlichen Rest der Welt Bescheid.

Als wir uns verabschieden wollten, bot er uns an, seine kleine Farm zu besuchen. Er würde sich freuen, uns seiner Frau vorzustellen. Etwas verunsichert, aber mit Lust auf ein kleines Abenteuer und Vertrauen sagten wir Hom zu.

Wir liefen quer durch die Felder und waren überrascht, wie viele sich von den vielen kleinen Hütten hier verstecken. Das Netz der kleinen Trampelpfade ist sehr dicht und alle führen zu kleinen Hütten fernab der Zivilisation. Und alles in Mitten von satten Wiesen und Reisfeldern.

Hom zeigt uns stolz seine Farm

Bei Hom angekommen, zeigte er uns stolz seine Farm. Er sagte uns, dass er hier schon viele Europäer eine kostenlose Unterkunft gegeben hat und die Reisenden ihm im Gegenzug bei den Arbeiten, die auf seiner Farm anfallen, helfen. Mit Freude zeigte er uns seine Gästebücher. Sie waren voll mit Einträgen aus aller Welt.

Unser nepalesischer Freund wohnt in einem Wohnhaus, bestehend aus drei kleinen Räumen und einer Außenküche. Er wohnt in sehr einfachen Verhältnissen. Die Räume sind klein, einfach eingerichtet und dunkel. Mit großem Stolz zeigte er uns Bilder von seinen Eltern. Auch diese lebten in Lower-Sarangkot.
Hom führte unser über einen kleinen Pfad hinter seinem Wohnhaus entlang. Dort fanden wir einen kleinen Stall. Stolz zeigte er uns seine zwei Rinder und zwei Ziegen.
Mit seinem freundlichem Lachen stellt er uns noch seinem Bruder und seiner Nichte vor, bevor er uns wieder zurück auf den Weg bringt. Wir allein hätten es nicht gefunden. Zu verwinkelt waren diese kleine Wege zwischen Wiesen und Reisfeldern.

Für uns war dies eine wahnsinnig schöne Begegnung. Er zeigte uns eine ganz andere Seite von dem, was man in der Regel als Tourist sieht. Ihm konnten wir viele Fragen über die nepalesische Kultur und Lebensumstände dieser netten Menschen stellen. Namaste, Hom!

Auf dem weiteren Weg schwelgten wir in unseren Gedanken.
Kurz vor Sarangkot wird er Weg noch einmal steil. Von den letzten Stufen vor dem Bergdorf hat man eine tolle Aussicht auf die startenden Paraglidern.
Die letzten Höhenmeter sind schnell überwunden und schon steht man in Sarangkot.

Namaste, Sarangkot! Im Bergdorf angekommen

Das Dorf ist nicht sonderlich schön. Es besteht aus massiven Häusern und der einzig erwähnenswerte Weg endet auf dem Gipfel. Links und rechts von dem kleinen Weg sind einige kleine Läden, welche Getränke, Snacks und Souvenirs anbieten.
Am Gipfel angekommen, muss man sich als erstes ein Eintrittsticket kaufen. Dieses gilt dann jedoch den ganzen restlichen Tag.
Wir sind nach dem beziehen unseres Zimmers, direkt erst einmal zum Gipfel gelaufen und am späteren Abend noch einmal.

Leider hatten wir Mitte Oktober keine gute Sicht auf das Annapurna-Massiv. Die Gipfel war in dichte Wolken gehüllt und der Sonnenuntergang war eher unspektakulär.


Nach einem kleinen und einfachen Abendbrot, in einem der wenigen Restaurants, die auch noch am Abend geöffnet haben, verbrachten wir den Abend auf unserem Zimmer.

Die Superview Lodge hat geräumige Zimmer. Ein großes Bad und einen tollen Balkon mit einen Superview auf Pokhara. Wir können diese Unterkunft durch aus empfehlen.

Spannung zum Sonnenaufgang in Sarangkot

Am nächsten Morgen versuchten wir nochmals unser Glück. Gegen 5 Uhr sind wir aufgestanden. Schnell noch den Rucksack mit Keksen und Wasser gepackt. Danach ging es mit Stirnlampe wieder in Richtung Gipfel.
Am Morgen war schon sehr viel mehr los, als es am Abend zuvor war.

Wer also das Panorama in Ruhe genießen möchte, der sollte sich den Sonnenuntergang ansehen.

Die kleinen Stufen, welche als „Tribüne“ dienen, waren am Morgen noch recht leer. Sie füllten sich jedoch von Minute zu Minute. Es war ein buntes Treiben aus Reisegruppen, Instagramern und Wanderen.
Leider hatten wir auch auch am Morgen kein Glück und der Sonnenaufgang war durch den aufziehenden Nebel noch schlechter als der Sonnenuntergang.

Happy End mit Annapurna-Blick?

Etwas entäuscht haben wir uns ein kleines Restaurant mit toller Sicht für das Frühstück gesucht und uns erst einmal gestärkt.
Die Wolken quälten sich langsam über den Gipfel und der Blick ins Tal war nur selten frei.
Nach dem Frühstück geschah ein kleines Wunder und die Wolken verzogen sich plötzlich. Wir schnürten die Schuhe und wagten es noch einmal, auf den Gipfel zu gehen.

Und wir hatten Glück. Das erste Mal haben wir die schneebedeckten Gipfel des Himalayas gesehen und waren total geflashed. Der Machapuchare dominiert das Panorama und fasziniert mit seiner bizarren Form. Es war ein einfach toller Anbick!

Der offizielle Viewpoint war mittlerweile recht leer. Wir haben die obligatorischen Fotos geschossen und den Ausblick ausführlich genossen . Danach sind wir wieder zurück ins Tal gelaufen.
Dabei war glich unsere Abstiegsroute dem nahezu Aufstieg. Auf den letzten Metern sahen wir noch ein paar Nepalis, die auf den Reisfeldern arbeiteten.

Im Tal angekommen, liefen wir ein Stück in Richtung Pokhara auf der Straße und nahmen uns dann das erste Taxi, welches uns überholte.

Eine einfache Wanderung, aber nicht weniger spannend

Auch wenn diese Wanderung für den Nepal-Standard eine vielleicht sehr unspektakuläre Wanderung ist. Hat dieser kurze Hike uns jedoch sehr gut gefallen und wir können ihn dir absolut empfehlen.
Er eignet sich sicher für Einsteiger oder auch als kleine Akklimatisierungstour für Reisende, die noch größere Trekkingtouren vor sich haben. Wenn man Sarangkot nicht zum Sonnenuntergang erleben möchte, kann man diese Tour auch als Tagestour unternehmen.

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