Der Camping-Caddy

In diesem Blogpost erfährst du mehr über meinen Campingausbau von meinem VW Caddy Life.
Dieser Ausbau ist einfach, günstig und robust. Das Ausbau wurde schon während unzähliger Reisen getestet und hat sich bewährt. Mittlerweile ist er während des ganzen Jahres im Caddy und ermöglicht es, auch auf spontanen Kurztrip (ohne viel Aufwand) im Caddy zu schlafen.

  1. Die Vorgeschichte
  2. Das Bett – günstig und gut
  3. Das Bett 2.0 – Liegen und sitzen
  4. Die Vorhänge
  5. Frischluft im Caddy
  6. Stauraum – Wohin kommt der ganze Kram?
  7. Vorzelt oder Tarp für gemütliche Abende am Auto?
  8. Und wie kann das Fahrrad mit in den Urlaub?
  9. Noch mehr Stauraum mit einer Dachbox
  10. Keep it stupid simple – Reisen ohne Kühlbox

Die Vorgeschichte

Ich hatte schon einige Autos, mit denen ich auf Achse gewesen bin und natürlich auch in welchen ich geschlafen bzw. „gewohnt“ habe.
Angefangen hat alles mit einem Mazda 323F (BJ 2001). Das war ein großartiges Auto und neben dem Caddy wohl, das schönste Auto. Im Mazda konnte man allein sehr gut unterwegs sein, zu zweit war es aber doch schon sehr eng. Gerade mit dem Gepäck für Strand- und Bergurlaub ist es sehr eng geworden. Eine Dachbox war Pflicht.
Aber hey, es war die Freiheit auf vier Rädern und ich war ein großer Fan des Autos. Hier habe ich den damaligen Ausbau dokumentiert.
Danach bin ich auf den Opel Vectra B Caravan (BJ 2003) gewechselt. Und das war meiner Meinung nach ein traumhafter Kombi. Fast endlos lang, innen sehr geräumig und durchaus luxuriös. Aber auch hier musste das Gepäck auf das Dach.
Leider hat der gute Opel am Tegernsee das Handtuch geworfen (Kabelbrand am Tegernsee) und so musste ich im August 2015 ein neues Auto her.
Mir war klar, dass ich wieder im Auto schlafen möchte, es muss auf jeden Fall alltagstauglich und bezahlbar sein. So lag der Fokus auf einem guten gebrauchten VW Caddy und dieser ist es dann auch geworden.
Die Argumente für den Caddy waren vor allem seine Innenraumgröße und seine Höhe. So wäre es theoretisch möglich, Gepäck und Bett komplett im Innenraum zu verstauen – ohne die vorher notwendige Dachbox.

Das Bett – simple und günstig

Sobald der Caddy in meinen Händen war, ging es an den Campingausbau. Letztlich musste ein Bett hinein. Da der Caddy nicht allzu lang ist, musste wieder eine Klappvorrichtung gebaut werden. Es werden dann vorm Schlafen die beiden Sitze vorgeschoben, die Vorrichtung vorgeklappt und schon hat man eine Liegefläche für zwei Personen mit einer Länge von 195 cm. Darauf kam eine Standard IKEA Matratze, welche ein wenig zugeschnitten werden musste. Und schon war das ziemlich perfekte Bett fertig.

sam_1900


Bei der Höhe des Bettes habe ich mich an der Höhe der IKEA Kisten orientiert, so dass möglichst kein Platz verschwendet wird. Nun können wir (fast) mehr als wir brauchen unter dem Bett (im Caddy) transportieren.

Das Bett 2.0 – Liegen und sitzen

Im Laufe der verschiedenen Reisen kam immer wieder der Wunsch auf, dass man sich (zumindest notdürftig) in den Caddy setzen kann. So lässt sich ein verregneter Abend etwas angenehmer gestalten, wenn man nicht immer im Bett liegen muss.

Die Innenraumhöhe des Caddy ist leider nicht sehr hoch. Außerdem wollte ich möglichst keinen Stauraum unter dem Bett einbüßen und aus diesem Grund wurde es wirklich nur eine Notlösung. Auf der man es aber doch ganz gut aushalten kann.

Ich habe ganz einfach in das hintere Bettende eine kleine Klappe eingebaut. Außerdem habe ich das Fußende der Matratze in drei passende Teile geschnitten.
Nun kann an der Hecktür das Bett aufklappen und habe zwei kleine Sitzbänke, auf welchen man halbwegs angenehm sitzen kann.

Die Vorhänge

Jeder der schon einmal im Auto geschlafen hat, weiß, wie hell es im Auto ist, sobald im Sommer um 4.32 Uhr die Sonne aufgegangen ist. Aus diesem Grund brauchte der Caddy natürlich auch Vorhänge.

Der Stoff war schnell im schwedischen Möbelhaus gekauft und nun galt es den schwarzen Sichtschutz möglichst praktisch im Caddy zu befestigen.
Ich entschied mich dafür, im hinteren Raum (Rücksitze, Kofferraum) drei Vorhangstangen aus Aluminium am Himmel zu befestigen, an welchen die Vorhänge eingehangen werden können und je nach Benutzung hin- und hergeschoben werden können. Die Stangen wurden auf die entsprechenden Längen gekürzt. An den Enden wurde wurden die Stangen flach gedrückt, dass zwei Stangen übereinander gelegt werden können.
Zur Befestigung habe ich die vorhanden „Plastik-Löcher“ benutzt. Einfach die Plastikschrauben mit einem Innenfünfkant-Schlüssel entfernen und mit M5-Maschinenschrauben (2cm bis 3cm Länge) werden die Stangen befestigt.

sam_2542


Im vorderen Bereich habe ich statt einer Aluminiumstange einfach Rebschnurr gespannt. An dieser werden die Vorhänge anhand kleiner Klippser eingehangen. Alle Vorhänge werden anhand kleiner angenähten Saugnäpfe an den jeweiligen Scheiben fixiert. So nehmen die hängenden Vorhänge einerseits keinen wertvollen Platz weg und andererseits dunkeln sie so viel besser ab.

sam_2544

Frischluft im Caddy

Egal ob warm oder kalt: Frischluft im Auto ist beim Schlafen von großer Bedeutung.
An der Fahrer- und Beifahrertür habe ich ganz normale Windabweiser angebracht. Somit können die beiden Fenster sogar bei Regen ein paar Zentimeter aufgelassen werden, ohne das man es gleich sieht oder es nass wird.

Leider habe ich nur an den Schiebetüren nur auf der Beifahrerseite ein Schiebefenster. Für dieses Fenster habe ich mir ein „Lüftungsblech“ gekauft. Es war sehr teuer (ca. 70 EUR), aber in Norwegen hat es uns schon einmal den Zugang zum Campingplatz gerettet. Dort war es notwendig, dass das Auto eine eigenständige Belüftung hat. Das Fenster hat nicht ausgereicht. Mit den Lüftungsblech haben wir sie aber überzeugt und durften auf den Platz fahren.

Stauraum – Wohin kommt der ganze Kram?

Man hat ja nun doch ein wenig mehr mit, wenn man mit einem Auto reist, als mit Rucksack oder mit dem Fahrrad. So haben wir ‚zig Powerbars,  zwei kleine Kocher, Geschirr, Schuhe, Rucksäcke, Kameras, jede Menge Bücher, zwei Stühle, einen Tisch, viel zu viele Klamotten, ein kleines Vorzelt, Isomatte, jede Menge leckeres Essen und einfach richtig, richtig viel am Start.
Die Klamotten und die Rucksäcke haben wir komplett unter dem Bett. Dort haben wir sogar noch Platz für unsere Wasservorräte, die Campingausrüstung sowie für einige Souvenirs. Die Campingküche inklusive vieler Lebensmittel haben wir im hinteren Fußraum untergebracht.

sam_2979

Für die vielen kleinen Sachen- wie Bücher, Zeitschriften, Akkus, Powerbars – oder die Dinge, die man am besten in der Nähe des Bettes haben will, habe ich mir die extrem teuren, aber überaus praktischen Caddy-Gepäcktaschen gekauft. Diese Taschen werden an den beiden hinteren Fenstern angebracht und ich muss sagen, sie waren ihre ca. 270 EUR bisher komplett wert. Es ist der Wahnsinn wie groß das Fassungsvermögen dieser beiden Taschen ist. Ein kauf lohnt sich für ambitionierte Caddy-Camper auf jeden Fall.

sam_1907

Vorzelt oder Tarp für gemütliche Abende am Auto?

Ich muss sagen, ich bin ein großer Freund von meinem „Tarp“. Es ist zwar recht einfach und sieht durch die Eisen-Stangen nicht sehr nach Outdoor aus. Aber es ist einfach so praktisch. Es ist klein, schnell aufgebaut und trotzdessen kann man (mit Auto) drei Seiten verschließen. Somit kann man auch noch bei Regen vor dem Auto sitzen.
Leider finde ich den Hersteller etc. nicht online. Auf dem Tarp selbst ist ebenfalls nichts vermerkt.

Das Vorzelt (Outwell) hat uns auch schon das ein oder andere Mal gerettet, als am Abend plötzlich ein Regenguss heranzog. Es war viel teurer als das kleine Tarp, ist sehr schwer und man braucht eine Weile, bis es steht und bis es wieder in der Dachbox ist.
Aber nichtsdestotrotz ist es ein praktisches Extra, wenn man etwas mehr Luxus haben möchte.

Und wie kann das Fahrrad mit in den Urlaub?

Zu einem schönen Urlaub gehört es für mich dazu, die Topographie der verschiedenen Regionen nicht nur mit den Wanderschuhen zu erkunden, sondern auch mit dem Mountainbike unter die Stollen zu nehmen.

Dafür habe ich mir den originalen Heckträger von VW gekauft. Wie zu erwarten passt dieser perfekt auf den Caddy. Er ist sehr gut verarbeitet und komplett abschließbar. Ich lasse den Träger während der Frühlings- und Sommermonate auf dem Caddy. Erst im Herbst kommt er wieder in den Keller. Bis dato sieht er nach mehreren Jahren immer noch sehr gut aus.

Noch mehr Stauraum mit einer Dachbox

Für noch mehr Stauraum bietet sich eine Dachbox an. Auf dem Dach des Caddy 2k hat man vier Gewindelöcher, über welche man die Streben des Dachträgers bequem festschrauben kann.

Ich habe die einfachsten Querstangen gekauft, diese sind auch schon älter und sehen nicht ganz so frisch aus.
Dazu habe ich für den Caddy passenden Adapter von Thule gekauft. Die Adapter werden unter den Querstangen befestigt und der Adapter samt der Querstangen wird auf die Gewinderlöcher geschraubt.

Ich habe mich dann für eine gebrauchte, längliche Box entschieden. Der große Vorteil ist, dass man diese Dachbox seitlich beladen kann. Auf Grund der Höhe ist dies die bequemste Lösung.
In der Dachbox sind oft die gepackten Rucksäcke, die stinkigen Wanderschuhe, das große Vorzelt oder die Schmutzwäche.

Keep it simple stupid – Reisen ohne Kühlbox

sam_2464

Wir reisen bis dato ohne Kühlbox. Schon mehrmals haben wir sie uns gewünscht, aber wirklich gebraucht haben wir sie in Europa noch nicht. Alles haltbare (Gemüse, Obst, Brot, …) haben wir unter dem Bett in einer Kiste. Dort bleibt es auch sehr lang recht moderat von den Temperaturen.

Lebensmittel die gekühlt werden müssen (Wurst, Käse, Joghurt, …) kaufen wir frisch oder am späten Nachmittag. Über Nacht heizt sich das Auto auch in Südeuropa nicht so stark auf und wir haben recht frische Sachen zum Frühstück.

Fazit …

Oft träume ich davon, ein größeres Fahrzeug zu haben. In einem Bus hat man schon etwas mehr Luxus. Man kann auch einmal einen verregneten Nachmittag im Auto verbringen, ohne im Bett liegen zu müssen.

Bis jetzt sind wir jedoch auch sehr gut mit dem Caddy zurecht gekommen. Sollte es einmal eine längere Zeit regnen, fahren wir einfach weiter.
Der große Vorteil ist, dass man für Alltag und Auto lediglich ein Auto braucht. Rein finanziell möchte ich es mir zur Zeit nicht leisten, ein reines Hobby-Auto in einer Garage stehen zu haben, welches nur auf Reisen bewegt wird.

Dieser Minimalismus und ebenfalls das Gefühl, dass man von der Arbeit direkt starten kann, ein kleines Abenteuer zu erleben, ist einfach grandios. Zugegebenermaßen habe ich das bis jetzt sehr selten gemacht 🙂

Ich bin rundum zufrieden mit dem Auto und hoffe, dass er noch einige 10.000km hält.

Solltest du Fragen haben, schreibe mir einfach ein Mail oder stellte deine Frage in den Kommentaren. Sofern ich es schaffe, antworte ich dir eigentlich auch recht schnell 🙂

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.