Auf nach Tavullia

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Schon seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich mir vorgenommen, einmal in meinem Leben nach Tavullia zu fahren.
Tavullia sagt euch nichts?!
Tavullia ist der Wohnort von Valentino „The Doctor“ Rossi. Dieses Dorf steht ganz im Zeichen des 9-fachen Motorrad-Rekord-Weltmeisters. Zu seinen Glanzzeiten stand auf jedem Balkon ein Rossi-Aufsteller, im Ort darf man nur 46 km/h fahren und der offizielle Fanclub hat hier natürlich seinen Sitz.
Und da man die schönen Sachen zu erst von der To-Do-Liste streichen sollte, ging es nun endlich nach Tavullia.

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Unsere knapp 1100km lange Reise begann in Leipzig, über München gelangten wir in die Alpen. Dort haben wir unser erstes kleines Zwischenlager aufgeschlagen, um erst einmal im Urlaub anzukommen und ein wenig die Berge zu genießen.
Wie so oft, stiegen wir in der Region Karwendel- und Zugspitz-Region ab. Meine zweite Heimat.

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Dort kenne ich einen sehr schönen (fast kostenlosen) Standplatz, mit wunderbaren Panorama. Die erste Nacht verbrachten wir dort, um am nächsten Morgen direkt loszuwandern. Es sollte bei dieser ersten Wanderung auf die Wettersteinalm gehen, um uns dort direkt lokale Köstlichkeiten (Kaiserscharren) einzuverleiben. Gesagt getan, nach knapp vier Stunden haben wir unsere Schuhe eingelaufen und uns einer Dusche auf dem Campingplatz am Tennsee bei Krün verdient.

Am nächsten Morgen ging es bei knapp 10 Grad Celsius auf nach Italien. Das schlechte Wetter hielt sich bis weit über den Brennero, erst am Gardasee verschwand der Nebel und wir mussten langsam unsere Sonnenbrillen heraussuchen.
Kilometer für Kilometer wurde es immer wärmer und langsam bekamen wir richtig Lust auf das Dolce Vita.
Unser Weg ging über Verona, Modena und Bologna bis wir kurz nach Rimini die fast glühende Autostrada verließen.

Unser erstes Ziel hieß Misano Adriatico. Wir entschieden uns in diesem relativ kleinen und gemütlichen Ort (verglichen mit Rimini oder Cattolica) einen Campingplatz zu suchen, der uns in den folgenden Tagen als Basislager dienen sollte.

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Eigentlich wollten wir nur zwei, drei Tage bleiben. Schnell nach Tavullia und dann wieder ab in die Berge. Aber da es uns hier so gut gefallen hat, unser Campingplatz echt chillig war und das Wetter – im Gegensatz zum Alpenraum – echt spitzenmäßig war, entschieden wir uns dafür, die Sonne an der Adria zu genießen.
Misano ist echt ein schöner Ort, wenn man in ihn in der Nebensaison besucht und man vorher weiß, dass man von der Adriaküste rund um Rimini keinen einsamen Strände erwarten darf. Und dieser Region ist so verdammt MotoGP-addicted. Das kann man sich nicht vorstellen. Überall findet man Motorräder.

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Tagsüber haben wir meistens unter dem Vorzelt des Veccis gechillt: gelesen, Musik gehört, Camper beobachtet und versucht uns mit unseren italienischen Nachbarn zu unterhalten. Insgesamt haben uns ca. 100m vom Strand getrennt, dadurch haben wir uns die Liegen am Strand (12 EUR tägl.) gespart und sind direkt vom Auto zum Strand gelaufen.
Ein weiteres kleines aber feines Highlights des Campingplatzes war die Nähe zum World Circuit Marco Simoncelli: Man konnte am Campingplatz und am Meer das Ducati MotoGP Team beim Testen auf dieser Rennstrecke hören.

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In Tavulia sind wir insgesamt zweimal gewesen und ein Besuch in Rossis Pizzeria Da Rossi gehört dabei natürlich zum Pflichtprogramm. Das Essen war wirklich der Burner. Sehr lecker, sehr schön angerichtet und preislich wirklich im Rahmen.

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Direkt an sein Ristorante grenzt der Fanshop an, in welchem es sämtliche Fanartikel gab. Leider zu brutalen Preisen. Aber was soll’s. Am Urlaubsanfang sitzt die Kohle besonders locker 😉
Insgesamt kann ich jedem Besucher die Pizzeria Da Rossi empfehlen. Die Lage der Terrasse ist der Wahnsinn und die Innenräume sind sehr, sehr schön eingerichtet. Überall gibt es Bilder, Pokale, Helme, Handschuhe oder sonst etwas zu bestaunen. Toll. Toll. Toll.
Was gibt es sonst über den Ort zu sagen?!
Bevor man am legendären Ortsschild vorbeikommt, blickt man auf Rossis riesige Zentrale seiner Firma VALE|46. Hier hat auch sein Moto3-Team seinen Sitz und alles geschäftliche wird anscheinend hier geregelt.
Bald darauf trifft man auf das Ortsschild von Tavullia: Es ist voll mit Stickern von MotoGP-Fans aus aller Herren Ländern. Und auch ich habe einen Sticker vom Sachsenring am Schild gelassen.
Nette Sache: An jeder Laterne hängt eine 46-Fahne.
Im Zentrum des Ortes hängt ein riiiieeesiges Transparent des Fanclubs, welches Rossi nach seinem Sieg in Assen (2013) zeigt. Und das sieht echt gut aus. Neben dem Fanclub gibt es noch einen kleinen Schreibwaren-Schnulli-Bulli-Laden, in welchem man noch das ein oder andere Mitbringsel kaufen kann.
Weiterhin gibt es noch eine tolle Racing-Bar.

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Ich nehme an, dass dieser Bar früher der Anlaufpunkt für die Fans war, aber durch Da Rossi wird der Umsatz dieser Bar nun mächtig zurückgegangen sein.
Mir persönlich hat sie fast ein wenig besser gefallen als Da Rossi: Hier waren mehr Emotionen zuspüren als in der hippen und durchgestylten Merchandising-Goldgrube. Aber letztendlich haben wir das Rennen bei Herrn Rossi geschaut und nicht in der gemütlichen Kneipe, da diese leider leer war.
Und Rossis ist natürlich auch der absolute Hit …

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Aus der Region stammt jedoch nicht nur Herr Rossifumi, sondern auch Marco Simoncelli (1987 – 2011).
Und wenn wir schon einmal hier sind, haben wir natürlich auch seinen Heimatort besucht. In Coriano erinnert noch sehr viel an den (leider) bei einem Rennunfall verstorben und immer lachendenden Lockenkopf.

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Nach fünf Tagen haben wir diese wunderschöne Region wieder verlassen und sind direkt nach dem Grand Prix von Großbritannien – welchen wir in Rossis Kneipe geschaut haben – in Richtung Alpen gefahren. Gefahren trifft es nicht passend, viel mehr haben wir uns in den nächsten Stau in Richtung Alpen gestellt.
Dazu aber ein anderes Mal mehr 😉

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